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In Russland soll demnächst eine Sonderreserve an chemischen Mitteln für die Bekämpfung von gefährlichen Pflanzenkrankheiten und -schädlingen aufgebaut werden. Nach den jetzt durch die Regierung in Moskau festgelegten Modalitäten ist der Erwerb von Pflanzenschutzmitteln hierfür aus den Haushaltsmitteln zu finanzieren. Das Moskauer Landwirtschaftsministerium ist damit beauftragt, die Lieferanten auf Wettbewerbsbasis auszuwählen und mit ihnen Verträge zu schließen. Dabei dürfen lediglich Präparate angekauft werden, die amtlich registriert und für den Einsatz im Inland genehmigt sind. Den Agrarproduzenten sind diese dann entweder unentgeltlich oder mit einem Zuschuss in Höhe von 40 Prozent der regionalen Durchschnittspreise bereitzustellen. Die Schaffung der Reserve wurde Anfang des Jahres beschlossen.

Nach Angaben von Fachleuten haben russische Landwirte 1999 und 2000 mit dem Höhepunkt der alle 10 bis 15 Jahre wiederkehrenden Heuschreckenplage zu kämpfen. Nach offiziellen Angaben wurden 1999 landesweit mehr als 4 Mio. ha landwirtschaftlicher Flächen von verschiedenen Schädlingen befallen, darunter 1 Mio. ha von Heuschrecken. Sie konnten aber nur auf 700.000 ha bekämpft werden. (pom)
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