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Russland hat gestern für Weizenlieferungen nach Weißrussland und Kasachstan ein Verbot verhängt. Bislang waren beide Nachbarländer wegen einer bestehenden Zollunion von Einschränkungen im Weizenhandel ausgenommen. Wie die Pressestelle der Regierung in Moskau mitteilt, soll das Exportverbot bis 30. April 2008 gelten und in Russland die Inlandspreise für Brot und Mehl stabilisieren. Russische Marktbeobachter erklären die Maßnahme damit, dass so zollfreie Exporte von russischem Weizen via Kasachstan oder Weißrussland verhindert werden sollen. Das Geschäft wäre lukrativ, da seit Ende Januar 2008 Exporte russischen Weizens mit einem Zoll von 40 Prozent, mindestens aber 105 €/t belegt werden.

Eigentlich soll die bestehende Zollunion zwischen Russland, Weißrussland und Kasachstan in diesem Jahr auf die Eurasische Wirtschaftsgemeinschaft (EAWG) ausgedehnt werden. Eine entsprechende Absichtserklärung ist Ende Januar in Moskau unterzeichnet worden. Der EAWG gehören Kasachstan, Kirgisien, Russland, Tadschikistan, Usbekistan und Weißrussland an. (En)

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