Russland startet stark in die Exportsaison

Die Exporte aus der russischen Getreideernte sind überraschend hoch. Vor allem Weizen verlässt das Land. Eigentlich war wegen der geringeren Getreideernte 2012 in Russland ein schwächerer Start in die Exportsaison erwartet worden.

Die Moskauer Analysten von SovEcon führen die regen Exporte darauf zurück, dass der Drusch ungewöhnlich früh begonnen hat. Nach ersten Statistiken der Zollverwaltung sind im Juli etwa 2,0 Mio. t russisches Getreide am Weltmarkt verkauft worden, das meiste davon Weizen. Für August erwarten die SovEcon-Analysten sogar ein Exportvolumen von 2,5 Mio. t Getreide. Bereits die Juli-Menge ist fast so hoch wie vor einem Jahr, zeigt der Vergleich mit den offiziellen Statistiken.

Zu den möglichen russischen Exporten in der Saison 2012/13 gedeihen die Spekulationen. Aus dem Agrarministerium hieß es vergangene Woche, dass der Exportüberschuss 10 bis 12 Mio. t betragen könnte, wenn die Ernte zwischen 75 und 80 Mio. t Getreide ausfällt. Mittlerweile häufen sich jedoch die Stimmen, die eine solche Erntemenge für überschätzt halten. Damit stellt sich die Frage, welche Exporte die Regierung in Moskau zulassen wird.

In dieser Woche ist in der russischen Hauptstadt eine Sitzung geplant, in der die aktuellen Getreidebilanzen diskutiert werden sollen. Vorbereitet wird im Moskauer Agrarministerium außerdem eine Verordnung, die den Weg für die Freigabe von Interventionsgetreide freimacht. (db)
stats