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Russische Handelsfirmen kämpfen zurzeit um Exportaufträge für Getreide. Ursache ist zum einen die verhältnismäßig gute Ernte 2000, die auf 65 Mio. t geschätzt wird (Vj.: 54,7 Mio. t). Zum anderen sind Anfang Oktober die Einschränkungen für die Ausfuhr von Getreide aufgehoben worden. Dies berichtet die Moskauer Zeitung "Nowyje Izvestija", nach deren Meinung Russland zwar noch keine Chancen habe, sich am Weltmarkt wieder als Getreideexporteur zu behaupten. Dennoch bestünden gute Aussichten für die Aufstockung der Absätze in den von der Dürre betroffenen Nachbarländern Weißrussland und der Ukraine.
Das Exportverbot - vor allem für Brotweizen - wurde von der russischen Regierung im März dieses Jahres vereinbarungsgemäß für die Zeit der US-Nahrungsmittelhilfe eingeführt. Die Einschränkungen galten jedoch nicht für die Ausfuhrverträge, die vor der Unterzeichnung des Abkommens über die Hilfslieferungen geschlossen worden waren. Nach Angaben des Moskauer Consultingzentrums Sovecon nahmen die Weizenexporte Russlands bereits im August dieses Jahres um 170 Prozent gegenüber dem Vormonat zu. Rund 40 Prozent dieser Mengen wurden nach Aserbaidschan und weitere 38 Prozent nach Israel ausgeführt. (pom)
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