Russland von Trockenheit geplagt


Die Trockenheit hinterlässt in Russland offenbar tiefe Spuren. In einigen Regionen soll die Hälfte des Getreideanbaus geschädigt sein. Die Exportmöglichkeiten stehen zur Diskussion. Bereits in der vergangenen Woche hatten 14 Regionen in Russland den Notstand ausgerufen. Sie befinden sich an der Wolga, am Ural sowie im Westen des Landes. In elf von ihnen soll die Hälfte der Getreidefläche stark geschädigt sein. Das Agrarministeriums in Moskau schätzt die betroffene Fläche auf mehr als 9 Mio. ha. Entspannung ist nicht in Sicht, denn die Meteorologen sagen für Russland bis Ende des Monats heißes, trockenes Wetter voraus.

Mittlerweile gibt es Anfragen aus den Regionen nach Futtergetreide aus der staatlichen Reserve. Immerhin liegen in den von der Moskauer Regierung kontrollierten Lägern fast 10 Mio. t Getreide. Beendet sind dagegen Diskussionen, dass Russland diese staatlichen Vorräte mit Hilfe von Exportsubventionen auf dem Weltmarkt verkaufen könnte. Vor allem das knappe Angebot von Gerste wird in diesem Jahr die Nachfrage nach Futterweizen anheizen, berichten die Analysten von Sovecon in Moskau.

Unterdessen widerspricht der nationale Getreidehandelsverband Russian Grain Union Forderungen, dass Russland die Getreideexporte grundsätzlich drosseln sollte. Der Verband ist der Ansicht, dass lokale Getreidedefizite mit Hilfe der nationalen Interventionsbestände problemlos ausgeglichen werden können. (db)
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