Eurotier: Geflügelmarkt

Russland will Geflügelexporteur werden

Geflügelverarbeitung nimmt auf der Eurotier einen großen Raum ein. Der MEG-Infodienst zeigt auf, was den Markt aktuell bewegt.
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Geflügelverarbeitung nimmt auf der Eurotier einen großen Raum ein. Der MEG-Infodienst zeigt auf, was den Markt aktuell bewegt.
Bald wird die 20-Kilo-Marke geknackt, berichtet Margit Beck von der Marktinfo Eier & Geflügel (MEG). In diesem Jahr dürfte erstmals in Deutschland der Pro-Kopf-Verbrauch an Geflügel auf knapp 20 kg ansteigen, prognostiziert sie im Forum Geflügel in dieser Woche auf der Eurotier. Der Verbrauch an Hähnchen liegt mit knapp 13 kg dabei doppelt so hoch wie bei Putenfleisch mit etwas mehr als 6 kg. Im EU-Vergleich liegt der Pro-Kopf-Verbrauch in Deutschland allerding noch unter dem Durchschnitt, die die EU-Kommission für 2016 auf 22,7 kg schätzt.


So ist die Stimmung in der deutschen Gefügelwirtschaft insgesamt gut. Auch der aktuelle Ausbruch der Vogelgrippe zeigt nach Becks Einschätzung noch keine negative Wirkung. Während die Geflügelpest im Jahr 2005 den Verbrauch deutlich drückte, seien bisher noch keine panischen Marktreaktion zu beobachten, so Beck.


Allerdings macht die Marktexpertin auf neue, sich in naher Zukunft zeigende Marktverschiebungen aufmerksam. Mit Russland positioniert sich gerade ein neuer Konkurrent am Geflügelmarkt. Laut aktuellsten Schätzungen wandelt sich Russland vom Geflügelfeisch-Importeur zum Exporteur. Diese Tendenz sei anhand zweier Entwicklungen ablesbar: die Abschottung des russischen Marktes gegenüber Einfuhren sowie der verstärkte Import von Stalltechnik und Küken. (kbo)
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