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In Russland sollen die Anforderungen an die Qualität von Brotgetreide demnächst gelockert werden. Wie der Pressedienst des russischen interregionalen Getreidehandelssystems MTS Zerno unter Berufung auf das brancheneigene Forschungsinstitut berichtet, ist dieses damit beauftragt worden, den neuen staatlichen Standard für Mehl vorzubereiten. Dieser würde den Einsatz von Getreide mit einem verminderten Glutengehalt in der Brotherstellung zulassen.

Eigentlich werde dadurch nur die gängige Praxis der Nichteinhaltung von aus den sowjetischen Zeiten stammenden und ansonsten strengen Standards legalisiert, so MTS Zeno. Schon damals seien die Abweichungen hiervon durch ständige Ausnahmeregelungen ermöglicht und mit der Annahme im Jahre 1992 von sogenannten "Technischen Vorschriften für Mehl" sogar auf Dauer genehmigt worden. Um die parallel geltenden Kriterien zu vereinheitlichen, soll nun auch der staatliche Standard entsprechend angepasst werden. Damit könnte dem Unternehmen zufolge künftig ein deutlich größerer Teil der Ernte als Brotgetreide eingestuft werden. Die Fachleute des Forschungsinstituts befürchten allerdings, dass durch die offizielle Herabsetzung der Qualitätsanforderungen die Motivation der Agrarproduzenten zur Erzeugung hochwertigen Getreides weiter beeinträchtigt werden könnte. (pom)
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