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Sachsen lehnt den von der Bundesregierung vorgelegten Entwurf der BSE-Vorsorgeverordnung ab, wie die sächsischen Ministerien für Landwirtschaft und Gesundheit mitteilen. Die Tötung des gesamten Rinderbestandes sei bei Auftreten eines BSE-Falles aus Gründen der Tierseuchenbekämpfung und als vorsorgliche Verbraucherschutzmaßnahme nicht erforderlich, erklärten Gesundheitsminister Dr. Hans Geisler und Landwirtschaftsminister Steffen Flath. Die Minister kündigten an, dass der Freistaat zur Bundesratsbefassung einen eigenen Antrag einbringen werde. Darin sei die Bestandstötung nicht vorgesehen. Nach Vorstellungen Sachsens soll der Tötungsumfang von BSE-ansteckungsverdächtigen Tieren nach dem Schweizer Kohortenprinzip bestimmt werden. Das seien alle Rinder, die in den zwölf Monaten vor und nach der Geburt des erkrankten Rindes im selben Bestand geboren worden sind. Die Minister sehen sich in ihrer Auffassung durch die derzeitigen wissenschaftlichen Erkenntnisse und die Erfahrungen in Deutschland und der Schweiz bestätigt. In den wenigen Fällen, in denen eine zweite BSE-Erkrankung im Bestand festgestellt wurde, gehörten diese Tiere immer der Schweizer Kohorte an. Da als Hauptübertragungsweg das Futter in Frage komme, und eine Übertragung von Tier zu Tier weitestgehend ausgeschlossen werden könne, sei die Tötung der Kohorte ausreichend, so die Minister.

Dagegen sieht die BSE-Vorsorgeverordnung der Bundesregierung bei einem BSE-Fall die Tötung aller Rinder des Bestandes vor, in dem das befallene Rind zuletzt mindestens 20 Monate gehalten worden ist. Ausgenommen sind die Rinder, die sich weniger als 20 Monate in dem Bestand befanden. Zusätzlich sollen alle Rinder der Kohorte getötet werden. (ED)
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