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Immer noch nimmt die Salmonellose unter den lebensmittelbedingten Erkrankungen eine zentrale Stellung ein. Salmonellen sind für 70 Prozent aller gemeldeten Ausbrüche verantwortlich. Während sich die Zahlen in den meisten europäischen Ländern auf einem hohen Niveau eingependelt haben, steigen sie in einigen osteuropäischen Ländern weiter an. Dieser Trend lässt sich aus den Daten des "WHO Surveillance Programme for Control of Foodborne Infections and Intoxications in Europe" ableiten, wie das Bundesinstitut für gesundheitlichen Verbraucherschutz und Veterinärmedizin (BgVV) mitteilt.
Neben den Salmonellen gewinnen die Erkrankungen durch Campylobacter-Keime an Bedeutung. Etwa in den Niederlanden, den skandinavischen Ländern und der Schweiz haben sie die Salmonellen als Ursache von Lebensmittelinfektionen zahlenmäßig bereits überflügelt. In Teilen Zentral- und Osteuropas spielt daneben der Botulismus eine bedeutende Rolle. Die Erkrankung wird vor allem durch im Haushalt zubereitete Konserven und durch geräucherte Fischerzeugnisse verursache, da die Sporen des toxinbildenden Keims sehr hitzebeständig sind. In Deutschland sind Botulismus-Fälle weit seltener. In Osteuropa haben auch die Trichinen nach wie vor eine hohe Bedeutung. Allein zwischen 1993 und 1998 wurden aus diesen Ländern rund 21.000 Fälle von Trichinose gemeldet.

Allein in Deutschland werden jährlich rund 200.000 Erkrankungsfälle gemeldet, die durch Lebensmittel verursacht wurden, so das BgVV weiter. Von 1993 bis 1998 wurden 21.000 Ausbrüche gemeldet, bei denen der Erreger ermittelt werden konnte. Die Zahl der Erkrankungen mit unbekanntem Erreger lag deutlich höher. (ED)
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