Die Eigenverwaltung ist gestoppt, nun wird KTG Agrar zum Regelinsolvenzfall.
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Die Eigenverwaltung ist gestoppt, nun wird KTG Agrar zum Regelinsolvenzfall.

Der Vorstand der KTG Agrar hat beim Amtsgericht Hamburg die Aufhebung der Eigenverwaltung beantragt. Damit wird das Insolvenzverfahren als Regelinsolvenzverfahren weitergehführt, teilte KTG am späten Mittwochabend adhoc mit. Zum Insolvenzverwalter sei der bisherige Sachwalter Rechtsanwalt Stefan Denkhaus von der Sozietät BRL Boege Rohde Lübbehüsen ernannt worden.

Gründe für die Aufhebung der Insolvenz in Eigenregie teilte das Unternehmen offiziell nicht mit. Doch bei Beantragung dieser im Juli wurde viel Kritik dagegen laut – zumal damals sogar noch KTG-Gründer und Vorstandschef Siegfried Hofreiter mit an Bord war, der aber weniger Tage später abtrat. Mittlerweile hat Denkhaus das Gros des Deutschlandgeschäfts der KTG Agrar an die Gustav-Zech-Stiftung losgeschlagen, die auch die Mehrheit an der nun ebenfalls insolventen KTG Energie übernommen hat.

Sanierung nur mit fähigem Management

Insolvenzverfahren werden vor allem im Mittelstand häufig in Eigenverwaltung geführt, damit die bisherige Geschäftsführung das Ruder weiter in der Hand behalten kann, während sie von einem Sachwalter kontrolliert wird. Die Sanierung in Eigenregie nutzt normalerweise die vorhandenen Erfahrungen und Kenntnisse des bisherigen Managements – so der Plan des 2012 eingeführten Gesetzes zur weiteren Erleichterung der Sanierung von Unternehmen (ESUG). Doch im Fall von KTG Agrar, wo das Management in einem undurchsichtigen Firmengeflecht mit Dutzenden Tochterfirmen ohne ordentliche Controllingsysteme waltete, ist eine Sanierung in Eigenregie offenbar kaum durchsetzbar. (sp)
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