Laut den Zahlen des Statistischen Bundesamtes sanken die gesamten deutschen Ausfuhren nach Russland im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 15,5 Prozent. Der Ost-Ausschuss geht davon aus, dass sich dieser negative Trend aufgrund der im August eingeführten gegenseitigen Wirtschaftssanktionen von EU und Russland noch beschleunigt. Die Exporte in die Ukraine sanken im gleichen Zeitraum sogar um 32 Prozent.

Der Vorsitzende des Ost-Ausschuss Eckhard Cordes fürchtet, in Deutschland würden etwa 50.000 Arbeitsplätze gefährdet. Er verwies darauf, dass es in deutschen Unternehmen erhebliche Unsicherheiten gebe, wie die Embargovorschriften auszulegen sind. Dies habe eine Umfrage des Ost-Ausschusses ergeben.

So sei beispielsweise die Lieferung von Landmaschinen derzeit kein Problem. Bei Ersatzteilen gebe es wegen einer möglichen militärischen Verwendung aber plötzlich ein Problem, sagte Cordes. „Wir müssen befürchten, dass sich große Teile der russischen Handelsstruktur Richtung Asien oder Lateinamerika verschieben.“

Deutsche Agrar- und Lebensmittelproduzenten, deren Existenz durch russische Gegensanktionen in Gefahr gerate, sollten unbürokratisch Überbrückungshilfen erhalten, forderte Cordes weiter. (hed)
stats