Report Anbaustrategien Kartoffeln

Saubere Maschinen für gesunde Felder

Resterden am Fuhrwerk sind eine Gefahrenquelle.
-- , Foto: Dieter Schütz / pixelio.de
Resterden am Fuhrwerk sind eine Gefahrenquelle.

Maschinenhygiene basiert auf diesem Prinzip und sollte dem Landwirt kein Fremdwort sein. Auch in anderen Bereichen wie der Tierhaltung oder bei der Lagerung von Nahrungsmitteln sind Hygienemaßnahmen längst Standard und tragen zur Produktionssicherung bei.

Hygiene ist der Grundpfeiler für vorausschauendes Handeln

Speziell im Kartoffelbau ist der Hygiene-Begriff topaktuell und kreist in vielen Köpfen. Das hängt damit zusammen, dass die Kartoffel ein sehr gutes Substrat für viele Schaderreger bietet. Diese Schädlinge verursachen wirtschaftliche Ertrags- und Qualitätseinbußen: dazu zählen Wurzeltöterkrankheit, Kartoffelkrebs, Zystennematoden, Kraut- und Knollenfäule, Schwarzbeinigkeit und Nassfäule. Maschinen entlang der gesamten Wertschöpfungskette fördern die Ausbreitung vieler dieser Erreger, da sie durch den Transport anhaftender Erden sowie Kraut und Knollen auf den Maschinen von befallenen auf nichtbefallene Flächen gelangen. Diesen Sachverhalt nennt man „Verschleppung von Schaderregern“. Besonderen Stellenwert nehmen hier überbetrieblich genutzte Maschinen und Vermehrungsbetriebe ein.

Es ist daher wichtig, auf die Feldhygiene zu achten: Da eine chemische Bekämpfung dieser Pilze, Bakterien und Nematoden, die teilweise als Quarantäneerreger eingestuft sind, nicht immer möglich ist, bedient man sich der Feldhygiene. Sie beschreibt die Notwendigkeit krankheitsvorbeugender Maßnahmen im Integrierten Pflanzenschutz. Das Ziel ist es, der Vermehrung der Schaderreger sowie deren Verschleppung entgegenzuwirken. Beispiele der Feldhygiene sind der Einsatz von resistenten Sorten, die Einhaltung einer Fruchtfolge, die Bekämpfung von Durchwuchskartoffeln oder die Maschinenreinigung.

Während eine Maschinenreinigung je nach Landwirt unterschiedlich in die Betriebsabläufe integriert wird, müssen Pflanzkartoffelvermehrer laut „Verordnung zur Bekämpfung des Kartoffelkrebses und der Kartoffelzystennematoden“ ihre Maschinen reinigen. Auch Resterden sind ein wichtiger Bestandteil dieser Verordnung und werden an Bedeutung gewinnen.


Mit einer Maschinenreinigung werden grundsätzlich drei Ziele verfolgt:
  • Straße sauber halten
  • Krankheiten nicht verschleppen
  • Resterden vermeiden

Die Reinigungsart lässt sich unterteilen in eine eher grobe Trockenreinigung und in eine Nassreinigung als komplette Reinigungsform (siehe unten).

Landwirte müssen sich für Wasser oder Spachtel entscheiden

Die Trockenreinigung mit Händen, Besen, Spachtel, Kratzer und Druckluft ist schnell erledigt und lässt sich gut in Arbeitsabläufe integrieren. Der Landwirt reinigt direkt auf dem Feld und ist nach rund 30 Minuten fertig. Er gibt kaum Geld aus und verschwendet kein Wasser. Das Risiko, Schädlinge zu verschleppen, ist anschließend deutlich verringert. Dennoch wird die Maschine nicht hundertprozentig sauber. Grundsätzlich reicht eine Trockenreinigung aus, um der Verschleppung von boden-, kraut- und knollenbürtigen Erregern entgegenzuwirken.

Wichtige Vertreter der bodenbürtigen Erreger sind beispielsweise die Zystennematoden oder der Kartoffelkrebs. Dennoch hat diese Reinigungsform bei schweren Böden und bei nassen Einsatzbedingungen ihre Grenzen. Treten Faulsäfte oder starke Verschmutzungen auf, sollte der Landwirt tunlichst die Nassreinigung mit Wasser, Reinigungs- und Desinfektionsmitteln ergänzen. Ansonsten drohen bei knollenbürtigen Erregern wie der Nass- oder Braunfäule Schmierinfektionen. Zwar dauert die Reinigung in diesem Fall bis zu vier Stunden, dennoch ist es die sichere Variante, um Verschleppung zu vermeiden. Mit einem Wasserverbrauch von 4000 bis 6000 Liter muss der Landwirt rechnen, damit liegen die Kosten deutlich höher als bei der Trockenreinigung. Da auf dem Hofplatz mit Ölabschneider gereinigt wird, ist die Nassreinigung aufwendig und lässt sich schlechter in Arbeitsabläufe integrieren. Eine vorherige Trockenreinigung ist unabdingbar. Grundsätzlich sollte eine Faustregel zur Risikominderung beachtet werden: 50 Prozent Reinigung führen zu 50 Prozent Risikominderung einer Verschleppung.

Für eine Gesunderhaltung unserer Böden und einen erfolgreichen Kartoffelanbau sind alle Teilnehmer der Wertschöpfungskette Kartoffel aufgerufen, die Notwendigkeit und Vorteile der Feldhygiene und einer Reinigung zu verinnerlichen und in ihre Betriebsstrukturen zu integrieren.


Florian Dieker,
Beratung Kartoffeltechnik bei Grimme


Mit Wasser oder Spachtel

Die Trockenreinigung mit Händen, Besen, Spachtel, Kratzer und Druckluft ist schnell erledigt und lässt sich gut in Arbeitsabläufe integrieren. Der Landwirt reinigt direkt auf dem Feld und ist nach rund 30 min. fertig. Er gibt kaum Geld aus und verschwendet kein Wasser. Das Risiko, Schädlinge zu verschleppen, ist anschließend deutlich verringert. Dennoch wird die Maschine nicht 100prozentig sauber. Grundsätzlich reicht eine Trockenreinigung aus, um der Verschleppung von boden-, kraut- und knollenbürtigen Erregern entgegen zu wirken. Wichtige Vertreter der bodenbürtigen Erreger sind beispielsweise die Zystennematoden oder der Kartoffelkrebs. Dennoch hat diese Reinigungsform bei schweren Böden und bei nassen Einsatzbedingungen ihre Grenzen.

Treten Faulsäfte oder starke Verschmutzungen auf, sollte der Landwirt tunlichst um die Nassreinigung mit Wasser, Reinigungs-, Desinfektionsmittel ergänzen. Ansonsten drohen bei knollenbürtigen Erregern wie der Nass- oder Braunfäule Schmierinfektionen. Zwar dauert die Reinigung in diesem Fall bis zu vier Stunden, dennoch ist es die sichere Variante, um Verschleppung zu vermeiden. Mit einem Wasserverbrauch von 4000 bis 6000 l muss der Landwirt rechnen, damit liegen die Kosten deutlich höher als bei der Trockenreinigung. Da auf dem Hofplatz mit Ölabschneider gereinigt wird, ist die Nassreinigung aufwendig und lässt sich schlechter in Arbeitsabläufe integrieren. Eine vorherige Trockenreinigung ist unabdingbar. (az)

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