Bienen, Hummeln und Solitärbienen sind wichtige Bestäuber von vielen Kultur- und Wildpflanzen. Ihr Schutz hat Priorität. Darum wurden neue Erkenntnisse zum Bienenschutz bei der Deutschen Pflanzenschutztagung in Freiburg vorgestellt. Die öffentliche Wahrnehmung zum Bienensterben durch Pflanzenschutzmittel trügt.

Dass Schäden an Bienenvölkern sehr verschiedene Ursachen haben können, zeigen die jahrzehntelangen regelmäßigen Untersuchungen der Untersuchungsstelle für Bienenvergiftungen am Julius Kühn-Institut (JKI) oder das etablierte Deutsche Bienen-Monitoring. Neben der nicht sachgemäßen Anwendung von Pflanzenschutzmitteln spielen auch Krankheiten, Parasiten wie beispielsweise die Varroamilbe oder Frevel eine wichtige Rolle.

Die Zahl der bei der Untersuchungsstelle für Bienenvergiftungen am JKI jedes Jahr eingehenden Schadensmeldungen ist im Durchschnitt seit 1990 eher leicht rückläufig. Eine Ausnahme bilden die Jahre 2003 und 2008, in denen es zweifellos starke Schäden durch besondere Umstände bei der Pflanzenschutzanwendung gab.

Alljährlich werden etwa 100 bis 150 Schadfälle von Imkern und etwa 1.500 geschädigte Völker mit Verdacht auf Vergiftung durch Pflanzenschutzmittel gemeldet. Das JKI untersucht die eingehenden Proben kostenlos. Der Anteil der Schäden, bei denen eine Vergiftung durch Pflanzenschutzmittel tatsächlich festgestellt oder nicht mit Sicherheit ausgeschlossen werden kann, beträgt im langjährigen Mittel etwa 30 bis 50 Prozent. Dabei werden die Mittel meist falsch angewendet oder Anwendungsbestimmungen nicht beachtet.

In Deutschland werden insgesamt etwa 800.000 Bienenvölker von 80.000 Imkern gehalten. Nach einem langjährigen Rückgang der Bienenhaltung in Deutschland zeichnet sich ein positiver Trend ab, denn die Zahl der Bienenvölker und Imker scheint wieder anzusteigen. (brs)
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