Das Erdbeben und der Tsunami in Japan haben in einigen Regionen Agrarflächen, Stallanlagen und Verarbeitungsbetriebe beschädigt oder zerstört. Beobachter rechnen mit möglicherweise erheblichen Auswirkungen. Sicher ist bereits, dass der Tsunami wichtige Häfen im Norden Japans zerstört hat, berichtet Tommy Hamamoto, Japan-Direktor des US-Getreideexportverbandes USGC. Nach seinen Beobachtungen im Land sind auch Futtermittelwerke und Stallanlagen in Küstennähe vom Tsunami überspült worden. „Es ist zu früh, die Effekte auf Japans Agrarsektor zu beziffern, aber sie könnten signifikant sein", sagte Hamamoto in einer ersten Reaktion am Wochenende.

Japan ist mit einer Bevölkerung von rund 127 Millionen Menschen ein bedeutendes Importland für Agrarerzeugnisse. Die Regierung in Tokio versucht zwar, mit ihrer Agrarpolitik eine Selbstversorgung von mindestens 45 Prozent zu erhalten. Für Reis sind tatsächlich fast 100 Prozent realisiert, zeigen Zahlen der UN-Landwirtschaftsorganisation FAO. Dagegen muss der Weizen- und Maisverbrauch im Land überwiegend aus Importen gedeckt werden. Die Fleischerzeugung stammt etwa zur Hälfte aus japanischer Mast, die andere Hälfte aus Importen. Die Statistiken der Welthandelsorganisation WTO, die bis 2009 vorliegen, weisen für dieses Jahr japanische Agrarimporte im Wert von rund 68 Mrd. US-$ aus. Der Anteil an den globalen Agrarimporten hat 2009 knapp 6 Prozent betragen. (db)
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