Forschungsministerin Annette Schavan will Agrarforschung mit gentechnischen Methoden voran treiben. Ab Herbst soll es ein Pflanzenforschungsprogramm von 100 Mio. € geben. Umweltverbände kritisieren es als einseitig. "Ich bin davon überzeugt, dass gentechnische Ansätze einen Beitrag zur Welternährung leisten können, indem robustere Pflanzen entwickelt werden, die Dürre oder Kälteeinbrüche besser als bisher standhalten können", sagte Schavan beim runden Tisch Pflanzengenetik am Dienstag in Berlin. Schavan kündigte ein 100 Mio. € schweres Forschungsprogramm für den Agrarbereich an. Es soll für alle Technologien, inklusive der grünen Gentechnik, offen sein. „Am Ende zählt nicht die Methode, sondern das beste Ergebnis", so Schavan. Bis zum Herbst will sie in Zusammenarbeit mit dem Agrar- und dem Entwicklungshilfeministerium die Förderinitiative erarbeitet haben. Im Mittelpunkt des Programms sollen die Ernährungssicherheit und die Agrarproduktion in Entwicklungsländern stehen.

Umweltverbände kritisierten Schavans Sympathie für die Gentechnik. „Schavan will mit Hilfe der Gentechnik Herausforderungen wie den Klimawandel, den Artenverlust und die Sicherung der Welternährung meistern - dazu sind ihre Programme jedoch völlig ungeeignet", kritisierte NABU-Präsident Olaf Tschimpke. Der Vizepräsident des Deutschen Naturschutzringes, Hardy Vogtmann, will die neuen Agrarforschungsprogramme daran messen, ob sie wirklich transdiziplinärer und systemischer ausgerichtet sind.

Der runde Tisch Gentechnik fand im Bundesforschungsministerium zum dritten Mal statt. Erstmalig hatte Schavan die Initiative im Frühling 2009 ergriffen, als Agrarministerin Ilse Aigner den Anbau von gentechnisch verändertem Mais untersagte. (sta)
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