Der havarierte Tanker auf dem Rhein behindert die Schifffahrt in Deutschland weiterhin großräumig. Seit Mittwochmittag ist der Rhein um Raum St. Goarshausen wieder total gesperrt. Derzeit wird die Ladung des havarierten Frachters beprobt, um entscheiden zu können, wie mit der Fracht weiter verfahren werden soll. In den vergangenen Tagen war nur die Bergfahrt auf dem Fluss möglich. Talfahrten blieben verboten. Somit liegen heute etwa knapp 400 Schiffe oberhalb des havarierten Schiffes auf Rhein und Main und können nicht talwärts fahren. Neue Schiffe aus den Niederlanden und Belgien treten daher ihren Weg in Richtung Rhein mit Ziel hinter der Unfallstelle nicht an.

Das hat deutliche Auswirkungen auch auf das Agrargeschäft. Schiffe mit Dünger gelangen nicht an ihren Zielort. Sie löschen die Ware vor dem eigentlichen Bestimmungsort. Sojabohnen gelangen nur sehr zäh zu der derzeit einzigen verarbeitenden Ölmühle am Oberrhein. Die zwischenzeitliche Öffnung des Flusses hat allerdings immer wieder für neue Ware gesorgt. Dennoch gibt es Futtermittelunternehmen, die "force majeure", zu Deutsch "Höhere Gewalt" angemeldet haben, weil ihre Sojaschrotbestände zu Ende gingen. Raps und Getreide aus dem Süden Deutschlands können nicht in Richtung Westen verschifft werden. Neben der Havarie sorgen die Nachwirkungen des Hochwassers für versandete Flüsse. So sind aus diesem Grund beispielsweise der Main und der Main-Donau- Kanal teilweise gesperrt. (dg )
stats