Frankreich

Schlachter unterläuft Schweine-Notierung


Der französische Fleischkonzern Bigard folgt nicht mehr dem nationalen Referenzpreis für Schlachtschweine, der zweimal wöchentlich am Marché du Porc Breton festgesetzt wird. Erstmalig setzte das Unternehmen einen eigenen Preis fest, der aktuell 5 Cent unterhalb des Preisniveaus der Börse in Plerin liegt, berichtet die Interessengemeinschaft der Schweinehalter Deutschlands (ISN). Auf den internationalen Märkten könne man dem Wettbewerbsdruck der Mitbewerber Spanien, Deutschland und den Niederlanden nicht mehr standhalten, begründet das Unternehmen seine Entscheidung.

Im europäischen Schweinepreisvergleich der ISN rangierte Frankreich zuletzt mit einem korrigierten Preisniveau von 1,57 €/kg Schlachtgewicht (SG) etwa 15 Cent über dem korrigierten deutschen Niveau. Im Jahr 2014 hat Bigard nach eigenen Angaben 90.000 Schweine pro Woche geschlachtet.

Schon im Sommer hatte es in Frankreich heftige Diskussionen um die Schweinepreise gegeben. Über mehrere Wochen war die Leitnotierung komplett ausgesetzt worden. Politik und Branche hatten schließlich einen „Richtpreis“ von 1,40 €/kg SG festgesetzt. Daraufhin hatte Bigard und der Schlacht- und Zerlegebetrieb Cooperl die Auktion boykottiert. Trotzdem akzeptierten sie bisher die dort festgelegten Notierungen. (SB)
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