Schweinehalter

Schlechte Lage am Schweinmarkt

Immer mehr Sauenhalter in den Niederlanden stoppen die Besamung ihrer Tiere. Das berichtet das Fachmagazin Boerderij auf Grundlage von Zahlen der Besamungsstationen. Der Grund seien finanzielle Engpässe als Folge des monatelangen, niedrigen Ferkelpreises in Kombination mit hohen Kosten.

Das größte Unternehmen, Varkens KI Nederland, gibt an, dass bis Mitte September dieses Jahres etwa 18.000 Sauen von ihren Kunden aus der Produktion genommen wurden, davon allein 5.300 Sauen im letzten Quartal. Diese Zahl entspricht 1,5 Prozent der laut niederländischem Statistikamt CBS gezählten Sauen insgesamt. Bezogen auf die letzten Wochen vermute man bei KI Nederland, dass die Anzahl der aussteigenden Betriebe aktuell noch höher liegt als im Sommer. Diese Entwicklung sieht man auch bei Preferent KI, allerdings geht man davon aus, dass die Sauenplätze übernommen werden.

Für eine kostendeckende Erzeugung fehlen in den Niederlanden laut Bericht derzeit 10 € je Ferkel. Das ist die Differenz zwischen dem Erlös von 38 € je Ferkel und 48 € Kosten für die Erzeugung. Im kommenden halben Jahr soll der Effekt des Preistals erst richtig sichtbar werden. Betriebe, die jetzt ins Schlingern geraten, werden nach Einschätzung des landwirtschaftlichen Unternehmensberaters Paul Bens (DLV Dier) zügig aus der Produktion aussteigen oder schnell nach einem Käufer suchen.

Die Interessengemeinschaft der Schweinehalter Deutschlands (ISN) äußerte sich besorgt über diese Entwicklung. Am Beispiel der Niederlande werde deutlich, welche Richtung schnell steigende Anforderungen in der Produktion, beispielsweise durch Tierwohl und Umwelt, bei gleichzeitig steigendem Wettbewerbsdruck und sinkenden Erlösen, einschlagen könnten. Nämlich den Ausstieg aus der Produktion. Deutlich werde auch, dass der Druck in der Wertschöpfungskette durchgereicht wird. Da gehe es den deutschen Ferkelerzeugern wie den niederländischen Berufskollegen. (mrs)
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