Streik

Schleusen von Nord bis Ost dicht

Die Schleusentore sind ab Mitte der Woche vielerorts geschlossen.
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Die Schleusentore sind ab Mitte der Woche vielerorts geschlossen.

Ab kommenden Donnerstag wollen die Schleusenwärter in Berlin und Brandenburg wieder ihre Arbeit niederlegen. Das teilte die Dienstleistungsgewerkschaft Verdi heute mit. Es seien flächendeckende Arbeitsniederlegungen geplant, heißt es in einem Bericht der Nachrichtenagentur dpa.

Am Sonntag hatte die Gewerkschaft bereits angekündigt, den Streik von Schleusenwärtern im Norden von Mittwoch an deutlich auszudehnen. Laut eines Verdi-Sprechers sollen 600 Schleusenwärter in Kiel, Lauenburg, Stralsund und Rostock die Arbeit niederlegen, meldet dpa weiter. Ab Donnerstag solle auch wieder die Schleuse des Nord-Ostsee-Kanals in Brunsbüttel bestreikt werden. In Mecklenburg-Vorpommern und Schleswig-Holstein befinden sich die Schleusenwärter seit vergangenen Mittwoch im Streik. Verdi in Nordrhein-Westfalen kündigt Arbeitsniederlegungen ab kommenden Dienstag an.

Vertreter der Agrarwirtschaft hatten wiederholt ihren Unmut über den Arbeitskampf zum Ausdruck gebracht. Mitten in der Ernte komme der Streik „zur Unzeit“, hatten Vertreter aus dem Agrarhandel gegenüber agrarzeitung.de betont. Beim Umstellen von Schiffs- auf LkW-Frachten entstehen den Unternehmern hohe Kosten. Die Agravis Raiffeisen AG hatte die Mehrkosten auf Anfrage der agrarzeitung (az) mit 30 bis 50 Prozent beziffert.

Die Schleusenwärter protestieren gegen die Neustrukturierung der Wasser- und Schifffahrtsverwaltung (WSV). Verdi befürchtet im Zuge der Umstrukturierungen den Verlust von tausenden von Arbeitsplätzen und fordert daher von den zuständigen Bundesministerien für Verkehr und Inneres einen Tarifvertrag. Die Ministerien sehen dafür jedoch keine Veranlassung. (pio)
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