Edeka/Tengelmann

Schließungen könnten Gabriels Quote sprengen


Wie lebensmittelzeitung.net berichtet, könnte die bereits im vergangenen Jahr beschlossene Stilllegung von 30 Filialen in Nordrhein-Westfalen die ministerielle Quote von maximal drei Prozent sprengen, so die Rechnung der Arbeitnehmervertreter.

Von den rund 16.000 Stellen bei Kaiser's Tengelmann dürften nicht mehr als 3 Prozent durch Umbaumaßnahmen wegfallen, so hat es die Ministererlaubnis zur Bedingung für die Übernahme durch Edeka gemacht. Diese Quote sieht Verdi nach eigener Rechnung in Gefahr, so lebensmittelzeitung.net. Allein in Nordrhein-Westfalen seien insgesamt mindestens 1.100 Arbeitsplätze, und damit 6,8 Prozent der Stellen, von Abbau bedroht. Neben rund 420 Stellen in der Mülheimer Kaiser's-Zentrale berücksichtigt die Gewerkschaft dabei auch die schätzungsweise 650 Mitarbeiter, die in 30 nordrhein-westfälischen Filialen arbeiten, deren Schließung Tengelmann schon 2015 beschlossen hat. Dazu kämen noch einmal 236 Azubi-Stellen.

Wie die "Süddeutsche Zeitung" unter Berufung auf Insider berichtet, will Edeka mit seinem Fusionspartner nun die Nicht-Verlängerung der Mietverträge "eingehend diskutieren". Verdi will prüfen lassen, ob Edeka unter Umständen sogar Personal einstellen müsste, um den angenommenen Abbau bei Kaiser's zu kompensieren und Gabriels Maximalquote einhalten zu können.

Mit dem Schritt baut die Gewerkschaft wohl auch eine Drohkulisse für die gerade laufenden Tarifgespräche mit Edeka auf, in denen es neben dem Erhalt von Arbeitsplätzen auch um den Erhalt von Betriebsratsstrukturen in den Märkten und Betriebsteilen der Tengelmann-Tochter geht. Weil die Positionen beider Parteien weit auseinander liegen, werden lange und zähe Verhandlungen erwartet. (az)
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