Das Schmallenberg-Virus beunruhigt Tierhalter. In Großbritannien wird gar der Ruin der Schafhaltung prognostiziert, berichtet die Zeitschrift Farmers Guardian. Die Zahl der Verdachtsmeldungen steigt europaweit täglich. Bestätigt werden jedoch weit weniger Fälle, in denen das Virus nachgewiesen werden konnte. In Großbritannien schlagen die Sorgen hohe Wellen, weil vor allem Schafhaltungen betroffen sind: Von 83 bestätigten Fällen betreffen 78 Schafherden. Nur 5 wurden in Rinderbeständen festgestellt. Die Aussichten, erst in zwei Jahren einen Impfstoff zur Verfügung zu haben, beunruhigt Tierhalter und Wissenschaftler. Die betroffenen Herden verzeichnen Lämmerverluste zwischen 10 und 50 Prozent.

In den Niederlanden hat die zuständige Behörde vorige Woche den jüngsten Stand veröffentlicht mit 665 Verdachtsmeldungen insgesamt und 118 bestätigten Fällen. Obwohl die meisten Verdachtsmeldungen von Rindviehhaltungen stammen, entfallen die meisten bestätigten Fälle mit 97 auf Schafhaltungen. In 16 Rinderbeständen und 5 Ziegenherden wurde das Virus ebenfalls nachgewiesen.

In Deutschland belaufen sich die bestätigten Fälle mittlerweile auf 665 Schafhaltungen bundesweit. Das Friedrich-Loeffler-Institut (FLI) verzeichnet zudem 49 Rinderbestände und 37 Ziegenhaltungen, in denen das Virus nachgewiesen wurde. (brs)
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