Schmerzhafte Zuckerexporte

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Bitter beklagten sich die Vertreter Brasiliens und Australiens gestern bei der WTO in Genf über C-Zuckerexporte aus der EU. Die Deklassifizierung von Quotenzucker erhöhe die Zuckerexporte der EU um knapp 2 Mio. t und das könne den Weltmarktpreis um bis zu 6 Prozent nach unten drücken, bemängelte Brasilien. Die Wettbewerber der EU auf dem Weltzuckermarkt fühlen sich durch das gewonnene WTO-Panel gestärkt. Danach muss die EU ihre erstattungsfreien C-Zuckerexporte einschränken, weil diese durch den gut bezahlten Quotenzucker quersubventioniert seien. Die EU hat allerdings einige Monate Zeit bis zur Umsetzung des WTO-Urteils. Ob es die ansonsten üblichen 15 Monate sind, will die Welthandelsorganisation demnächst entscheiden. Der politische Druck Brasiliens und Australiens könnte zu einer kürzeren Umsetzungsfrist führen. Die EU will ihren überschüssigen Zucker vorher möglichst rasch loswerden. Die Raffinerien brauchen Platz für die anstehende Kampagne und die Kommission möchte nicht gleich mit umfangreichen Lagerbeständen in die Reform hineingehen. (Mö)
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