Schröder befürwortet Tiermehlverbot

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Bundeskanzler Gerhard Schröder hat am Mittwoch in Brüssel eine sehr offene Haltung gegenüber einem generellen Tiermehlverbot in Deutschland an den Tag gelegt. Wenn in Deutschland durch Tests BSE bei Rindern nachgewiesen werden sollte, müsse man angemessen reagieren. Tiermehle für Pflanzenfresser sollten verboten werden, forderte der Kanzler. Er sagte nicht dazu, ob er damit das seit langem bestehende Verfütterungsverbot für Wiederkäuer meinte oder weitergehen wolle. Schröder gab zu, kein Experte auf dem Gebiet zu sein. Im Zweifelsfalle müsse der Schutz der Gesundheit Vorrang vor den Interessen der Wirtschaft haben.
Bundesgesundheitsministerin Andrea Fischer sprach sich heute im Morgenmagazin der ARD dafür aus, Tiermehle auch für Schweine, Geflügel und Fische zu verbieten. Auf diese Weise werde eine Verwechselung ausgeschlossen und damit die Sicherheit für den Verbraucher erhöht. Noch auf dem Agrarministerrat am Montag in Brüssel hatte Bundeslandwirtschaftsminister Karl-Heinz Funke eine solche Forderung zurück gewiesen. In Deutschland würden Tiermehle ausreichend aufbereitet, so dass kein BSE-Risiko mehr von ihnen ausginge. Außerdem schließt der Landwirtschaftsminister aus, dass in Deutschland Tiermehl ins Rinderfutter gelangt.(Mö)
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