Der Bundesverband Praktizierender Tierärzte (BPT) wendet sich gegen einseitige Schuldzuweisungen bei der Suche nach den Ursachen von Antibiotika-Resistenzen. Der Chirurgenverband hatte die bedenkliche Resistenzlage in der Humanmedizin als Folge des Antibiotikaeinsatzes in der Tiermast dargestellt. Landwirte und Tierärzte seien Überträger resistenter Bakterien.

Der Vorwurf werde spätestens durch die Studien des Wissenschaftlichen Instituts der AOK widerlegt, meint der BPT. Danach sei mindestens jedes zweite in der Humanmedizin eingesetzte Antibiotikum ein sogenanntes Reserveantibiotikum, das eigentlich nur zum Einsatz kommen solle, wenn Standardmittel keine Wirkung mehr zeigten.

Tierärzte dürften humanmedizinische Präparate aber gar nicht benutzen. Laut BPT zählen lediglich 2 Prozent der in der Tiermedizin eingesetzten Antibiotika zu den Reserveantibiotika.

BPT-Präsident Hans-Joachim Götz appellierte an die Ärzteschaft, sich gemeinsam für einen restriktiven Einsatz von Antibiotika einzusetzen. Wenn man Resistenzproblem langfristig in den Griff bekommen wolle, müssen Human- und Veterinärmedizin künftig an einem Strang ziehen, so der Präsident der Tierärzte. (hed)
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