Biomasse

Schwache Resonanz auf erste Ausschreibung

Die erste Ausschreibung für Biomasse verzeichnet eine geringe Resonanz. Das meldet die Bundesnetzagentur am Montag. Demnach betrug das Gebotsvolumen (40.912 Kilowatt) nur etwa ein Drittel des Ausschreibungsvolumens (122.446 Kilowatt). Davon wurden nach Angaben der Bundesnetzagentur 24 Gebote mit einem Umfang von knapp 26.000 Kilowatt gezeichnet. Darunter befanden sich 20 Bestandsanlagen und nur vier Neuanlagen. „Bereits im Vorfeld wurde in der Branche erwartet, dass nur wenige Gebote eingehen werden. Dies hat sich nun bestätigt“, kommentierte Jochen Homann, Präsident der Bundesnetzagentur, das Ergebnis.

Der durchschnittliche mengengewichtete Zuschlagswert aller Gebote liegt bei 14,30 ct/ kWh. Der niedrigste zugeschlagene Gebotswert betrug laut Bundesnetzagentur 9,86 ct/kWh, der höchste 16,9 ct/kWh. Für Neuanlagen ergibt sich ein mittlerer Zuschlagswert von 14,81 ct/kWh. Bestandsanlagen haben im Mittel einen Zuschlagswert von 14,16 ct/kWh erhalten.

Kritik an Gebotsobergrenzen

In der Biogasbranche fanden unter anderem die Gebotsobergrenzen bei der Ausschreibungsrunde Kritik. Der Gebotshöchstwert von 14,88 ct/kWh bei Neuanlagen stößt beim Biogasrat auf Unverständnis: „Dadurch wurden Neuanlagen benachteiligt“, sagte eine Verbandssprecherin zu agrarzeitung.de. Der Biogasrat hatte daher gefordert, den Maximalwert auf 16,9 ct/kWh zu erhöhen – was übrigens dem Gebotshöchstwert für Bestandsanlagen entspricht.

Der Fachverband Biogas hingegen wertet bereits die Tatsache, dass ein Ausschreibungsverfahren für Biomasse stattgefunden hat, als Erfolg. „Dass die erste Ausschreibung nicht überzeichnet wurde, überrascht uns nicht“, sagte ein Sprecher zu agrarzeitung.de. Man sei „optimistisch, dass die zugeschlagenen Mengen mit den nächsten Ausschreibungen steigen werden“ – spätestens, wenn in den nächsten Jahren die ersten Anlagen keine pauschale Förderung laut EEG mehr erhalten werden.

Staffelung nach Anlagengröße

Doch auch der Fachverband ist nicht wunschlos glücklich: Wünschenswert wäre nach Angaben des Sprechers eine Staffelung der Gebotsobergrenzen nach Größe der Anlage, die kleinere und mittlere Anlagen begünstigen würde. Ähnliches gebe es auch in den Ausschreibungen für Windkraft, und zwar für Anlagen an weniger begünstigten Standorten.

Neun Gebote berücksichtigte die Bundesnetzagentur erst gar nicht. Bei einigen Anlagen hatten die Bieter die Formulare fehlerhaft ausgefüllt. Weitere Anlagen erfüllten die Teilnahmebedingungen nicht, da sie bis Ende 2018 im Rahmen der Übergangsregeln des Erneuerbare-Energien-Gesetzes (EEG) 2017 noch Anspruch auf die gesetzlich festgelegte Förderung.

Die nächste Ausschreibungsrunde für Biomasse findet erst wieder im September 2018 statt. Das in dieser Runde nicht genutzte Ausschreibungsvolumen wird auf das Volumen im nächsten Jahr aufgeschlagen. (pio)
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