Die Ekosem-Agrar setzte in den ersten neun Monaten 2015 trotz Wirtschaftskrise in Russland ihr operatives Wachstum in der Milchproduktion weiter fort. Als führender europäischer und russischer Milchproduzent baute Ekosem-Agrar seine Milchkuhherde um 13 Prozent auf 24.000 Tiere per Ende September 2015 (Vorjahr: 21.200) aus und peilt bis zum Jahresende eine Herdengröße von 25.000 Tieren an. Im vierten Quartal werden drei weitere Milchviehanlagen in den Regionen Woronesch, Kaluga und Novosibirsk fertiggestellt, teilte das Unternehmen mit. Die tägliche Milchleistung betrug in den ersten neun Monaten 2015 durchschnittlich rund 488 Tonnen (Vorjahr: 427 Tonnen) – ein Anstieg um 14 Prozent. Die gesamte Milchleistung in diesem Zeitraum erhöhte sich von 115.000 Tonnen in der Vorjahresperiode um 17 Prozent auf rund 134.000 Tonnen per Ende September.

Versorgung der Herde gesichert
Die Erntesaison 2015 bezeichnet Exosem als "insgesamt zufriedenstellend". So wurden fast 700.000 t Futter eingefahren, ein Plus von 4 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Damit sei die Versorgung der Herde über die nächste Ernte hinaus sichergestellt.

Die Erträge bei den wichtigsten zum Verkauf bestimmten Feldfrüchten fielen unterschiedlich aus. In der Schwarzerderegion wurden aufgrund der Trockenheit nur unterdurchschnittliche Erträge erzielt, während die Betriebe in Kaluga und Sibirien Rekorderträge verbuchten. Die Weizenernte lag mit 81.000 t über dem Vorjahresniveau, während insbesondere Körnermais und Sojabohnen unter den Vorjahreserträgen lagen. Die erzielten Verkaufspreise in Rubel liegen insgesamt über dem Niveau des Vorjahres.
Ekosem-Agrar berichtet erstmalig über den Geschäftsverlauf der ersten neun Monate. Künftig werde das Unternehmen zusätzlich zu den Finanzinformationen zum Gesamtjahr und zum Halbjahr anhand wichtiger Kennzahlen quartalsweise über die operative Entwicklung informieren. Die Finanzkennzahlen der ersten neun Monate waren erneut durch Währungseffekte geprägt, deren Einfluss jedoch im Vergleich zum Halbjahrabschluss deutlich zurückging. Die Betriebsleistung (Umsatz zuzüglich des Bestands an fertigen und unfertigen Erzeugnissen, biologischen Vermögenswerten sowie sonstigen betrieblichen Erträgen) verringerte sich auf Euro-Basis um 8 Prozent auf 106,6 Mio. € (Vj: 115,7 Mio. €). Im ersten Halbjahr 2015 lag der Rückgang noch bei 17 Prozent. Die Umsatzerlöse auf Euro-Basis blieben mit 72,2 Mio. € im Vergleich zum Vorjahr konstant. Währungsbereinigt, das bedeutet auf Basis des durchschnittlichen Rubelkurses der Vorjahresperiode, stieg die Betriebsleistung um 27 Prozent, der Umsatz erhöhte sich um 37 Prozent. Das weltweit auf Tiefststände gesunkene Milchpreisniveau zeigte im dritten Quartal Anzeichen der Erholung. Trotz der extrem niedrigen Preise am Weltmarkt, lagen die von Ekosem-Agrar erzielten Milchpreise in Rubel auf dem Vorjahresniveau.

Russischer Milchmarkt bietet Chancen

Das Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Ebitda) in den ersten neun Monaten kam auf 39,7 Mio. € (43,3 Mio. €). Die Ebitda-Marge lag mit 37 Prozent der Gesamtleistung weiterhin auf hohem Niveau. Das operative Ergebnis (Ebit) blieb mit 27,3 Mio. € auf Vorjahresniveau, was einer Ebit-Marge von 26 Prozent entspricht. „Trotz des anhaltend schwierigen wirtschaftlichen Umfelds in Russland erweist sich unser Geschäftsmodell als stabil und profitabel“ erklärte Stefan Dürr, Hauptgesellschafter und Geschäftsführer der Ekosem-Agrar. Der russische Milchmarkt biete unverändert sehr gute Wachstumschancen, um die führende Marktposition weiter auszubauen. „Wir investieren weiter mit Augenmaß in den Aufbau neuer Betriebe und erweitern unsere Wertschöpfungskette durch eine eigene Milchverarbeitung. Ziel ist es, unsere Ertragskraft weiter zu steigern, um unsere Bilanzrelationen sukzessive zu verbessern“, so Dürr. Die Vermögenswerte der Ekosem-Gruppe beliefen sich zum 30. September 2015 auf 425,1 Mio. Euro (31. Dezember 2014: 360,4 Mio. Euro). Die Eigenkapitalquote lag mit 16 Prozent über dem Wert zum Jahresende 2014 (10 Prozent). Diese beinhaltet unter anderem Zuflüsse aus der im Juli durchgeführten Kapitalerhöhung im Volumen von 38 Mio. Euro. (az)
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