Fütterungsversuch

Schweinefleisch ohne Sojaimporte


Der Hybridschweinezuchtverband Nord/Ost in Malchin testet in einem Forchungsprojekt alternative Fütterungskonzepte für die Aufzucht und Mast von Schweinen. Ziel ist, gänzlich auf Importsoja zu verzichten, ohne an Zuwachsleistung oder Schlachtqualität einzubüßen. „Nur so wird es uns möglich sein, Schweinefleisch nachhaltig und umweltgerecht zu erzeugen“, sagte Landwirtschaftsminister Dr. Till Backhaus heute bei einem Besuch in Malchin. Das Land unterstützt das Vorhaben mit 392.000 €.

Protein aus heimischer Pflanzenproduktion

Im Projekt werden Schweine in der Zucht und in der Mast mit alternativen Stoffen aus heimischer Pflanzenproduktion gefüttert. Dazu wird auf Lupine, Ackerbohne und Erbse zurückgegriffen. „Sollte das Projekt erfolgreich sein und die Ergebnisse in der Schweinehaltung zur Anwendung kommen, wäre dies ein weiteres Qualitätsmerkmal für den Standort M-V. In Zeiten immer noch niedriger Schweinepreise von derzeit rund 1,67 € für ein Kilogramm Fleisch ist dies sicher auch ein sehr gutes Vermarktungsargument", so Backhaus.

Gesamte Erzeugerkette muss Gewinne erzielen

Gleichwohl wies er darauf hin, dass der Anbau heimischer Eiweißpflanzen nur dann nachhaltig ist, wenn auf jeder Erzeugungsstufe entlang der Wertschöpfungskette Gewinne erzielt werden können. Auch hierzu werde der Projektversuch Aufschluss geben, da ebenso eine ökonomische Auswertung vorgesehen ist.

Mecklenburg-Vorpommern fördert Lupinenanbau

Die Landesregierung forciert seit 2015 im Zuge der „Eiweißstrategie für nachhaltige Landwirtschaft in MV“ die Entwicklung des heimischen Eiweißpflanzenanbaus. Das Agrarministerium fördert unter anderem den Anbau vielfältiger Kulturen auf ökologischen Vorrangflächen im Rahmen der Agrarumwelt- und Klimaschutzmaßnahmen. Vordergründig geht es dabei um den Anbau von Lupinen, der federführend durch das bei der Landesforschungsanstalt (LFA) angesiedelte Lupinennetzwerk begleitet wird und der Umsetzung der Eiweißstrategie des Bundes dient.

Branchenlösung etablieren

An dem aktuell gestarteten Projekt beteiligen sich Vertreter der gesamten Wertschöpfungskette: der Hybridschweinezuchtverband über die Schweineleistungsprüfungsanstalt (SLP) Jürgenstorf, der Betrieb Roder, die Firma Fugema (Konzipierung Futterration), die LFA M-V mit dem Institut für Tierproduktion und die Ludwigsluster Fleischwaren. „Sie alle eint das Ziel, konventionelle Landwirtschaft stetig zu verbessern und regionale und Importsoja freie Fütterung in der Schweinemast als Branchenlösung zu etablieren“, so Backhaus. (SB)
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