Schweinefleischexporte der EU auf Talfahrt

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Neue Prognosen gehen mittelfristig von einem Rückgang der Schweinefleisch-exporte der EU aus. Im laufenden Jahr wird es sogar einen regelrechten Einbruch geben. Die EU-Exporte haben im Jahr 2008 wohl ein einsames Spitzenergebnis erreicht, das sich vorerst nicht wiederholen wird, erwarten alle Marktbeobachter. In der heute veröffentlichten Prognose zur Entwicklung der Agrarmärkte bis zum Jahr 2015 geht die EU-Kommission davon aus, dass die Schweinefleischexporte der EU 2009 und in den Folgejahren auf ein Niveau von rund 1,1 Mio. t zurückfallen werden. Wie heftig der Absturz gegenüber 2008 sein wird, darüber gehen die Meinungen auseinander. Denn zu den Exporten 2008 kursieren zurzeit in den internationalen Statistiken weit streuende Zahlen. Die EU-Kommission beziffert die EU-Exporte 2008 auf fast 1,8 Mio. t. Das amerikanische Agrarministerium USDA geht in seinen Statistiken von reichlich 1,5 Mio. t aus. Die gleiche Größenordnung liegt den Prognosen des US-Forschungsinstitutes für Agrarpolitik (FAPRI) der Universität Iowa zugrunde. Je nach Datenbasis errechnet sich für die EU-Exporte 2009 ein Rückgang zum Vorjahr zwischen knapp 30 und reichlich 40 Prozent.

EU-Kommission und FAPRI gehen übereinstimmend davon aus, dass die EU auch mittelfristig Marktanteile verlieren wird. Als Hauptgrund nennt die EU-Kommission wachsende Konkurrenz von Erzeugungsländern mit niedrigeren Kosten. FAPRI präszisiert als Wettbewerbsnachteile für die EU-Erzeuger eine wahrscheinlich starke Währung und hohe Tierschutzstandards. Diese eher pessimistische Einschätzung der Perspektiven für die EU-Mäster steht in Kontrast zur Langfristprognose, die das USDA im Februar veröffentlicht hatte. Die Amerikaner hatten der EU mittelfristig steigende Anteile am Welthandel mit Schweinefleisch attestiert. (db)

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