Reaktion in USA

Schweinehalter mästen länger


Das amerikanische Landwirtschaftsministerium USDA stellt nach einer Ankündigung von Donnerstag zusätzlich 26,2 Mio. US-$ zur Verfügung, um Schweinekrankheiten wie PEDV einzudämmen. Das Geld ist vorgesehen, um die Grundlagenforschung und die Entwicklung neuer Impfstoffe voranzutreiben. Darüber hinaus sollen die Veterinärbehörden finanziell besser ausgestattet werden. Auf die Ämter kommt möglicherweise mehr Arbeit zu, denn Schweinehalter in den USA sind jetzt verpflichtet, jeden neuen Fall von PEDV zu melden. Quarantäneauflagen sind jedoch damit nicht verbunden, präzisiert das Ministerium.

Nach Angaben des Ministeriums sind im vergangenen Jahr rund 7 Millionen Ferkel an der Krankheit gestorben. Als Folge schätzen die Experten, dass in diesem Sommer in den USA etwa 10 Prozent weniger schlachtreife Mastschweine zur Verfügung stehen.

Am Schweinemarkt in den USA war es wegen dieser Perspektiven bereits im Frühjahr zu einem kräftigen Preisanstieg gekommen. Die Börse in Chicago notierte im April für Schlachtschweine (lean hogs) in der Spitze umgerechnet mehr als 2,10 €/kg Schlachtgewicht, im Vergleich zu etwa 1,60 €/kg zu Jahresbeginn 2014. Mittlerweile haben sich die Märkte aber beruhigt. Am Donnerstag lag die Chicago-Notierung bei umgerechnet rund 1,83 €/kg.

Chris Hurt, Agrarökonom an der Purdue Universität, begründet den schwächeren Markt damit, dass die Mäster die geringeren Tierzahlen durch höhere Schlachtgewichte ausgleichen. Allerdings ist nach Ansicht von Hurt noch nicht klar, wie hoch die Ausfälle werden, sobald sich die Ferkelverluste aus dem 1. Quartal 2014 auswirken. Außerdem berichtet der Ökonom von Befürchtungen, dass es im Herbst und Winter wieder zu stärkeren Grippeepidemien kommen kann. (db)
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