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Die Fütterung von Mastschweinen ist mit dem Verfütterungsverbot von Tiermehl und Tierfett schwieriger und teurer geworden. Vor allem der Ersatz tierischer Fette durch pflanzliche Öle ist laut einer Analyse von Wissenschaftlern an der Bundesforschungsanstalt für Landwirtschaft (FAL), Braunschweig, nur begrenzt möglich, wie der Auswertungs- und Informationsdienst für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten (AID) berichtet. Seit dem die beiden preisgünstigen tierischen Komponenten für die Rationsgestaltung weggefallen seien, würden jetzt hauptsächlich Sojaextraktionsschrot, großkörnige Leguminosen und in geringerem Maße Nebenprodukte der Nahrungsmittelherstellung als Ergänzungsprotein in den Mischungen eingesetzt. Nachteil der pfanzlichen Einweißträger sei ihr vergleichsweise geringer Eiweißgehalt, verbunden mit einem Mangel unter anderem an schwefelhaltigen Aminosäuren, die z. B. in Form von DL-Methionin dem Futter zugesetzt werden müssen.

Um 1 kg Tiermehl zu ersetzen, würden etwa 1,25 kg Sojaschrot oder 2,1 kg Ackerbohnen benötigt. Insgesamt müssten 400.000 t tierischer Futterfette in der Schweinemast ersetzt werden. Würden 1,2 kg Mischfett aus Schweineschmalz und Rindertalg durch 1 kg Rapsöl ersetzt, wird dadurch allerdings die Speckqualität negativ beeinflusst. Der Speck wird weich und ist für die Dauerwurstverarbeitung nicht mehr geeignet. Insbesondere wenn bereits Körnermais oder Corn-Cob-Mix in der Mast eingesetzt wird, kann eine Auffettung mit Pflanzenölen problematisch werden. Die FAL-Wissenschaftler empfehlen daher einen maximalen Gesamtfettgehalt von unter 3 Prozent in der Ration. (ED)
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