Tierseuche

Schweinepest plagt Polen

Seit Juni gibt es in Polen praktisch wöchentlich neue Funde von Afrikanischer Schweinepest (ASP). Erst in der vorigen Woche ist ASP an vier Wildschweinen bestätigt worden, die an vier verschiedenen Orten in der Woiwodschaft Podlachien verendet waren. Drei davon fanden sich nahe der weißrussischen Grenze. Ein Fund war jedoch mehr als 50 km westlich von der Grenze entfernt.

In diesem Jahr summieren sich die nachgewiesenen Fälle in Polen bisher bei Schwarzwild auf fast 50 und bei landwirtschaftlich gehaltenen Schweinen auf 16. Besonders beunruhigend ist ein Fall in der Woiwodschaft Masowien. Diese relativ weit westlich gelegene Fundstelle alarmiert auch die EU-Nachbarländer. In Deutschland hat das Bundeslandwirtschaftsministerium (BMEL) deswegen in der vorigen Woche die Schweinepest-Monitoring-Verordnung erlassen, die Jäger zur engen Zusammenarbeit mit den Veterinärämtern verpflichtet.

In Polen sind die Landwirte in den Sperr- und Beobachtungsbezirken die Gebeutelten. Sie können ihre schlachtreifen Schweine nicht wie sonst vermarkten. Sieben Gemeinden in den drei Woiwodschaften Podlachien, Lublin und Masowien sind nach Angaben des Warschauer Agrarministeriums besonders betroffen. Vom 13. September bis Ende Oktober sind aus der Zone fast 30.000 Mastschweine aufgekauft worden. Problematisch ist jedoch nach einem Bericht von Farmer.pl der Aufkauf der restlichen etwa 3.000 Tiere, die in 400 Kleinbetrieben schlachtreif sind.

Agrarminister Krzysztof Jurgiel hat am Donnerstag voriger Woche die EU-Kommission um finanzielle Unterstützung gebeten. (db)
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