Polen

Schweinepest wird Chefsache

In mehreren Landkreisen an der polnischen Ostgrenze zu Weißrussland gelten EU-Auflagen zur Eindämmung von Schweinepest, teilt das Agrarministerium in Warschau mit. Die betroffenen Kreise und Gemeinden sind zum Risikogebiet erklärt worden, in dem alle verendeten oder geschlachteten Schweine getestet werden müssen. Für Tiertransporte gelten strenge Auflagen, das Verbringen von Tieren aus dem Risikogebiet heraus ist verboten. Das Fleisch von Tieren aus den betroffenen Regionen darf nur noch ausschließlich in Polen vermarktet werden.

ASP kommt näher
Mitte Februar wurden in Polen zwei Fälle von Afrikanischer Schweinepest (ASP) bei Wildschweinen festgestellt. Die Tiere wurden in der Wojewodschaft Podlachien im Grenzgebiet zu Weißrussland gefunden. Zuvor wurde ASP bereits Ende Januar bei Wildschweinen in Litauen nachgewiesen. Daraufhin hatte Russland die Grenzen für Schweinefleisch aus der EU dicht gemacht. (db)
Weitgehend gesperrt ist ein Streifen, der sich an der polnisch-weißrussischen Grenze über etwa 350 km von Nord nach Süd zieht und die drei Wojewodschaften Podlachien, Lubliner Land und Masowien berührt. Dort befinden sich zum Teil intensive Schweinehaltungen. Zu spüren sind die Einschränkungen jedoch mittlerweile im ganzen Land. Der Verband der polnischen Fleischverarbeiter hat im Namen der gesamten Schweinebranche an das Agrarministerium appelliert, umgehend Hilfen einzuleiten. Sorge bereitet der Export. Neben den traditionellen Lieferungen nach Russland haben in den vergangenen Jahren vor allem die großen asiatischen Absatzmärkte China, Japan und Südkorea an Bedeutung gewonnen.

Am Montag hat sich der Warschauer Regierungschef Donald Tusk eingeschaltet. Er will am heutigen Dienstag bei einer Kabinettssitzung in Warschau mögliche nationale Maßnahmen und Hilfen für Schweinehalter präsentieren. Am Mittwoch wird sich dann der Ständige Veterinärausschuss der EU-Kommission mit dem Thema befassen. (db)
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