EU-Schlachtschweinemarkt

Schweinepreise auf dem Rückzug

Ausgehend von Deutschland legten die Preise für Schlachtschweine in den meisten Ländern den Rückwärtsgang ein, so die Interessengemeinschaft der Schweinehalter Deutschlands (ISN). Die deutschen Schlachtunter­nehmen würden die kurze Schlachtwoche nach dem gestrigen Feiertag nutzen, um gezielt Druck auf dem Lebendmarkt aufzubauen, so der Vorwurf der Marktexperten. Durch Hauspreis­drohungen verstärkten sie den Angebotsdruck spürbar, hieß es weiter. Viele Landwirte hätten umfangreiche Stückzahlen zur Schlachtung angemeldet, um einem drohenden Preisrückgang voraus zu eilen, so die ISN.

Dem deutlichen Preisrückgang in Deutschland konnten sich die meisten der übrigen EU-Länder trotz überwiegend ausgeglichener Märkte nicht entziehen. Besonders betroffen seien die Niederlande (- 6 Cent) und Belgien (-5 Cent). Die österreichischen Schweinehalter mussten einen Preisrückgang von 3 Cent hinnehmen, obwohl schlachtreife Partien nach Angaben des Verbands landwirtschaftlicher Veredlungsproduzenten (VLV) zeitnah und vollständig abflossen.

Auch in Spanien lag der Preisrückgang umgerechnet bei rund 3 Cent/SG. In Frankreich seien die Märkte überwiegend ausgeglichen, die Schlachtgewichte lägen auf einem geringen Niveau. Dennoch hätten die Preise aufgrund des Drucks aus den übrigen EU-Ländern um 2 Cent/SG nachgegeben.

Trübe Aussichten für den deutschen Markt

Was den deutschen Markt betrifft, düfte es laut ISN nicht bei einem einmaligen Preisabschlag bleiben. Der Angebotsdruck sei bei den meisten Vermarktern weiterhin hoch. Aus heutiger Sicht spreche jedoch vieles dafür, dass die angebotenen Stückzahlen in der kommenden Woche wieder rückläufig sein werden und sich der Markt dann wieder erholen könne. (mrs)
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