Veredelungstag

Schweinepreise zum Davonlaufen


Nach Zukunftsperspektiven für die Schweinehaltung in Deutschland suchten gestern Landwirte beim Veredlungstag des Deutschen Bauernverbandes (DBV) in Essenbach bei Landshut. An dem Treffen nahmen rund 500 Schweinehalter und Branchenvertreter aus ganz Deutschland teil, teilte der Bayerische Bauernverband mit. Das prägende Thema der Fachveranstaltung sei die miserable Preissituation bei Schweinefleisch und Ferkeln sowie die hohen und stetig steigenden gesellschaftlichen Anforderungen an die Schweinehaltung gewesen. Schon seit einiger Zeit schreiben vor allem die Ferkelerzeuger tiefrote Zahlen. „Diese Preise sind zum Davonlaufen und bedrohen die Existenz von vielen Bauernfamilien“, sagte BBV-Präsident Walter Heidl bei der Pressekonferenz. In Bayern halten derzeit rund 5.000 Betriebe Mastschweine und rund 3.000 Betriebe Zuchtsauen.

Auflage heizen Strukturwandel an

DBV-Präsident Joachim Rukwied und BBV-Präsident Heidl forderten daher gerade auch für die Schweinehalter konkrete Unterstützung von der Politik durch Maßnahmen wie die Aufstockung des Bundeszuschusses zur landwirtschaftlichen Unfallversicherung, die frühzeitige Auszahlung der Direktzahlungen sowie mehr Anstrengungen, Exportmärkte zu erschließen und auszubauen. BBV-Präsident Heidl mahnte, Überlegungen für Veränderungen stets zu Ende zu denken. Heidl: „Gerade neue gesetzliche Auflagen und Anforderungen werden den Strukturwandel massiv anheizen. Kleinere und mittlere Betriebe werden als erste das Handtuch werfen und aus der Tierhaltung aussteigen“, befürchtet der Bauernfunktionär. Für Süddeutschland und Bayern sei das beunruhigend, denn die Schweinehaltung sei hier kleiner strukturiert als in anderen Bundesländern. (SB)

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