Die Schweiz will die Agrarpolitik ab 2014 reformieren. Landwirtschaftliche Verbände kritisieren das neue Förderkonzept. Die Landwirtschaft in der Schweiz soll nachhaltiger und wettbewerbsfähiger gemacht werden. Das sieht die von der Schweizer Bundesregierung geplante Agrarpolitik von 2014 bis 2017 vor. Direktzahlungen sollen nicht mehr nach dem Gießkannenprinzip funktionieren, sondern zielgerichtet die Leistungen der Bauern belohnen, zitiert der Wiener Agrarinformationsdienst AIZ den schweizer Agrarminister Johann Schneider-Ammann. Als nächstes muss das Parlament die Vorlage beraten. Die landwirtschaftlichen Verbände sehen keinen Fortschritt in den Vorschlägen. Die heutigen tierbezogenen Förderungen würden in die künftigen Versorgungssicherheitsbeiträge umgelagert werden. Diese werden flächenbezogen ausgerichtet, wobei auf dem Grünland die Haltung raufutterverzehrender Nutztiere vorausgesetzt wird (Mindesttierbesatz). Der allgemeine Flächenbeitrag wird aufgehoben, weil er laut Bundesrat die Strukturentwicklung behindert und an keine spezifischen Auflagen geknüpft ist. Die frei werdenden Mittel werden für die Verstärkung der zielorientierten Direktzahlungsinstrumente und für die Übergangsbeiträge eingesetzt.

Der landwirtschaftliche Budgetrahmen für 2014 bis 2017 bleibt mit 13,67 Mrd. SFr oder umgerechnet 11,32 Mrd. € auf dem Niveau der Vorjahre. Rund 11,2 Mrd. Franken sind insgesamt für Direktzahlungen vorgesehen, weitere 1,7 Mrd. Franken für Produktion und Absatz sowie 638 Mio. Franken für Grundlagenverbesserung und Sozialmaßnahmen. Für den Schweizerischen Getreideproduzentenverband stellt die Agrarreform eine Gefahr dar.  Zwar will der Bundesrat die Beiträge für den Ackerbau um 150 SFr/ha (124 €/ha) erhöhen. Unter dem Strich erhielten die Landwirte dennoch 480 SFr/ha (397 €/ha) kritisieren die Getreidebauern nach Angaben von AIZ. Dies würde zu einem erneuten Rückgang beim Futtergetreide und Brotgetreide führen und die Importabhängigkeit erhöhen. (az)
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