Schwellenwerte für Saatgut gefordert


Der Ruf nach einem Schwellenwert für Spuren von gentechnisch veränderten Organismen (GVO) in konventionellem Saatgut wird lauter. In Deutschland ist auf rund 3.000 ha gentechnisch verändertes (GV-)Maissaatgut ausgesät worden. Die FDP-Agrarsprecherin Christel Happach-Kasan fordert nach den Funden von mit GVO verunreinigtem Maissaatgut in den vergangenen Tagen die Regierung auf, einheitliche Schwellenwerte für Spuren von GVO in Saatgut festzusetzen. Diese seien genauso wie die Aufhebung der Nulltoleranz für Lebens- und Futtermittel unabdingbar, um Rechtssicherheit zu schaffen. Happach-Kasan schlägt vor, die Maispflanzen in der Biogasanlage zu verarbeiten.   

In Mecklenburg-Vorpommern hat bisher ein Landwirt GV-Maissaatgut, das aus Niedersachsen vertrieben wurde, erhalten. Dabei handelt es sich um mindestens 20 Einheiten, die für eine Aussaat auf 30 ha ausreichten. Das Saatgut weise nach Angaben des Agrarministeriums in Schwerin eine Verunreinigung von weniger als 0,1 Prozent mit Mais der Sorte NK 603 auf. Die Maissorte ist in der EU als Lebens- und Futtermittel zugelassen, hat allerdings keine Zulassung für den Anbau. Agrarminister Till Backhaus plädiert dafür, die betroffene Fläche umzupflügen und die Pflanzen mit einem Herbizid zu vernichten. Den Namen des betroffenen Landwirts will das Ministerium nicht veröffentlichen. (da)
stats