Die Verbio AG, Leipzig, hatte Ende April offiziell den Verkauf des Rohstofflieferanten Märka angekündigt. Der Geschäftsbereich erzielte auf Grund von Wertminderungen auf Vorratsvermögen ein Periodenergebnis von minus 20 Mio. €.

Verbio plant Trennung von der Märka.
-- , Foto: Verbio
Verbio plant Trennung von der Märka.
Bei der Vorstellung des 9-Monats-Berichts (Juli 2012 bis März 2013) hatte das Unternehmen für das laufende 4. Quartal einen Gewinn angekündigt. Denn zum 31. März 2013 erfolgte in der Gewinn- und Verlustrechnung die Märka GmbH als aufgegebener Geschäftsbereich.

Verbio-Chef Claus Sauter hatte mit der Bekanntgabe verschiedene  Alternativen für eine mögliche Abspaltung des Märka-Segments ins Spiel gebracht. Möglich wäre ein vollständiger Verkauf, Joint Venture oder Teilverkauf. Als Kaufpreis nannte Sauter rund 100 Mio. €. Erkenntnisse über potenzielle Käufer werden Mitte Juni erwartet.

Nach Informationen von agrarzeitung.de können sich weder deutsche noch ausländische Agrarhandelsunternehmen vorstellen, das gesamte Verbio-Tochterunternehmen zu erwerben. Viele Standorte seien völlig veraltet, hohe Investitionssummen seien notwendig, allein, um baurechtliche Vorschriften zu erfüllen, heißt es zu Begründung. Zudem böten viele keinen Anschluss an Bahn und Schiff. Hinzu kämen finanzielle Belastungen.

Eine Zerschlagung der Märka wird nach Einschätzung aus der Branche immer wahrscheinlicher. Die hohen Schulden, die bei Märka auflaufen, bringt dem Vernehmen nach auch die Rabobank als Hausbank auf den Plan.

Auch Märka-Mitarbeiter sind offenbar zunehmend über die wirtschaftliche Schieflage des Unternehmens verunsichert. Ein Wechsel zu anderen Unternehmen wird in Erwägung gezogen oder es würden bereits Gespräche geführt, ist aus der Branche zu hören.

Somit könnte auch die Bieterrunde in diesem Monat im schlechtesten Fall ohne Käufer enden. Bereits im Frühjahr gab es einen ersten Anlauf, den die Hausbank, Rabobank, angestoßen hatte. (da)
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