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Die internationalen Seefrachten sind in dieser Woche an den Frachtenbörsen regelrecht kollabiert. An den physischen Märkten fielen die Rückgänge nicht so gravierend aus. Der auf Londoner Börsennotierungen basierende ‚Baltic Exchange's dry sea freight index’, in dem die Frachtkosten für Massengüter in den wichtigsten Frachtrouten der Welt zusammengefasst sind, gab in den vergangenen Tagen kräftig nach und fiel damit um 42 Prozent gegenüber den November-Notierungen. Ausgelöst wurde der Preisverfall, der vor allem große Seeschiffe betrifft, durch technische Verladeprobleme in dem südamerikanischen Tiefseehäfen bei Eisenerz und Steinkohle. „Der Markt war überhitzt und bei den Papierfrachten hat es ein klärendes Gewitter gegeben. Dies sollte Grundlage sein, um das Frachtenniveau wieder zu stabilisieren“, so die Einschätzung eines Hamburger Befrachters gegenüber ernährungsdienst.de.

Der Preissturz an den Papier-Frachten-Märkten hat sich auf die Schüttgüter im Agrarbereich bei weiten nicht so extrem niederschlagen. Dennoch sind die Frachten beispielsweise für Sojaschrot von Argentinien und Brasilien bei üblichen Schiffgrößen von 50.000 bis 60.000 t (so genannte „Panamax“-Schiffe) seit Mitte November um rund 20 US-$/t auf etwa 65 US-$/t für den Termin Mai/September gefallen. Für die nahen Termine werden inzwischen ähnliche Frachtsätze genannt, nachdem sie Ende des Jahres noch bei 90 bis 95 US-$/t und in der Spitze sogar über 100 US-$ /t gelegen hatten. (St)

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