Seehofer kritisiert bayerische Förderpolitik


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Mit Kritik an der Verteilung von EU-Fördergelder an die bayerischen Bauern sorgt Bundeslandwirtschaftsminister Horst Seehofer (CSU) in München für heftige Reaktionen. Seehofer hatte am Rande eines Treffens der EU-Agrarminister gesagt, es gebe bei der Förderung des ländlichen Raums Fehlverteilungen von öffentlichen Mitteln sondergleichen. Auch Deutschland fördere zahlreiche sehr zweifelhafte Objekte. Dabei kritisierte Seehofer den Freistaat direkt: „Ich beobachte in Bayern pausenlos, wie Gelder ohne Sinn und Verstand verteilt werden“. CSU-Agrarpolitiker wollen diesen Vorwurf nicht auf sich sitzen lassen. Bayerns Landwirtschaftsminister Josef Miller (CSU) werde Seehofer einen Brief schreiben „und ihn bitten mitzuteilen, was er genau meint,“ versichert ein Sprecher. Ein Vertreter der Agrarverwaltung, der nicht öffentlich genannt werden möchte, bestätigte allerdings den Vorwurf Seehofers. Er schränkt jedoch ein: „Die Verhältnisse in Bayern sind nicht wesentlich schlimmer als in einigen anderen Bundesländern“. Agrarpolitik auf Länderebene sei eben in erster Linie Klientelpolitik. (HH)
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