az-Länderserie Ungarn

Selbstversorger bei Weizen, Mais und Sonnenblumen


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Die wichtigsten pflanzlichen Produktionsgüter Ungarns sind Mais, Weizen und Sonnenblumen, wobei die Produktion den Inlandsbedarf locker deckt, so- dass der Export ein wichtiger Absatzkanal ist. Das kontinentale Klima mit kalten Wintern und warmen Sommern macht den Kulturen jedoch zuweilen zu schaffen, somit variieren die Erträge stark. An Mais wurden deshalb im vergangenen Jahr nur rund 6,4 (Vj. 9,3) Mio. t geerntet. Denn der heiße und trockene Frühsommer brachte Ernteverluste von mehr als 30 Prozent. Mit 3,6 Mio. t wird gut die Hälfte im Land konsumiert. Die übrige Menge geht in den Export. Hauptabnehmer sind Rumänien, Italien, Deutschland und Österreich.

Die Anbaufläche für Weizen hingegen ist rückläufig und könnte zur Ernte 2016 auf unter 1 Mio. ha sinken. 2015 erreichte die Produktion eine Tonnage von 5,16 Mio. t. Davon werden 3,1 Mio. t selbst verbraucht, 2,2 Mio. t fließen in den Export – vor allem nach Italien, Rumänien, Österreich und Kroatien.

Die wichtigste Ölsaat des Landes ist die Sonnenblume. Die Anbauflächen stiegen seit dem Zusammenbruch des Ostblocks 1989 stark an. Im vergangenen Jahr wurden auf 615000 ha rund 1,5 Mio. t erzeugt. Stratégie Grains erwartet eine weitere Ausdehnung der Fläche zur Ernte 2016 auf 632000 ha. Die Produktion wird in Ungarn zu 80 Prozent selbst konsumiert, sodass 2015/16 nur 420000 t als Sonnenblumensaat nach Deutschland, die Niederlande, Italien und Österreich exportiert werden. Im Gegenzug beliefen sich die Einfuhren auf 170000 t, welche mehrheitlich aus Rumänien stammen. So werden insgesamt 1,3 Mio. t Sonnenblumensaat in den heimischen Ölmühlen verarbeitet.

Deutlich wächst die Sojabohnenproduktion. Ungarn gehört zu den Ländern der Donausoja-Initiative, die den Anbau von GVO-freiem – also gentechnisch unverändertem – Soja für die menschliche Ernährung und als heimisches Eiweißfuttermittel fördert. Zum einen bietet Ungarn aufgrund der klimatischen Bedingungen gute Voraussetzungen für den Sojaanbau, zum anderen ist die GVO-Freiheit der landwirtschaftlichen Produktion in der Verfassung festgeschrieben. 2015 wurden 150000 t auf einer Anbaufläche von 78000 ha produziert. Für 2016 könnte die Fläche auf 101000 ha anwachsen. (az)

Mit herzlichem Dank für die Unterstützung an KS Agrar
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