Thüringens Landwirtschaft könnte bald ausschließlich heimische Eiweißquellen statt importierter Sojabohnen verfüttern. Das zeigt eine Potenzialstudie, die die Thüringer Landesanstalt für Landwirtschaft (TLL) jetzt im Auftrag des Thüringer Agrarministeriums erarbeitet hat.

Landwirtschaftsminister Jürgen Reinholz sagte zu der Studie: „Die mangelnde ökologische und soziale Nachhaltigkeit des Sojaanbaus in den großen Exportländern gebietet, das Importsoja in der Tierfütterung zu ersetzen.“

Nebenbei verbessere der Anbau von Eiweißpflanzen auch die Ackerböden, so Reinholz. Die Studie verdeutliche, dass der Bedarf an speziellen Eiweißfuttermitteln – derzeit etwa 77.000 Tonnen – durchaus im Bundesland Thüringen selbst gedeckt werden könne.

Dazu müssten die ca. 125.000 t eiweißhaltige Koppelprodukte, die aus der Verarbeitung von Raps oder Getreide als Rapskuchen oder Schlempen in Thüringen anfallen genauso genutzt werden wie die Körnerleguminosen Futtererbsen, Ackerbohnen oder Lupinen (ca. 9.800 t).

„Die aufgezeigten Potenziale müssen wir für die Tierfütterung in Thüringen erschließen und ausweiten“, sagte der Agrarminister. Dazu werden in weiteren Projekten die Möglichkeiten und Grenzen einheimischer Eiweißquellen in der Tierfütterung erforscht. Die Thüringer Landesregierung hatte im vergangenen Jahr die Erarbeitung einer Eiweißstrategie für Thüringen initiiert. (az)
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