Ein Firmensprecher bestätigte, dass der deutsche Schlachtkonzern langfristig in Serbien aktiv sein und schlachten will. In einem ersten Schritt soll zunächst in den Aufbau von Mastkapazitäten investiert werden. Hier sieht man großen Investionsbedarf. Ziel ist eine Größenordnung von etwa 700.000 Mastplätzen, so die Fachzeitschrift Fleischwirtschaft.

Zudem wollen die Deutschen und die Serben gemeinsam eine landwirtschaftliche Akademie initiieren, um das Wissen um moderne Produktionsverfahren in der Landwirtschaft zu verbessern. Langfristig plant Tönnies auch eine eigene Schlachtung, die letztlich eine Gesamtkapazität von rund vier Millionen Schweinen im Jahr haben soll.

Das Gesamtinvestment genau abzuschätzen sei derzeit nur schwer möglich, erläutert der Firmensprecher, da es sich um einen Langfristplan von mindestens 10 Jahren handele. Eine Größenordnung von 300 Millionen Euro stellte er aber in den Raum, wobei sich aber noch Veränderungen ergeben könnten.

Mitte dieser Woche trafen sich Serbiens Ministerpräsident Aleksandar Vucic und Clemens Tönnies in Belgrad. Sie besprachen die nächsten Schritte für das Engagement und vereinbarten im Juni ein gemeinsames Abkommen zu unterzeichnen. Gegenüber der serbischen Presse versicherte Tönnies, dass er nicht die Absicht habe die einheimischen Schweinehalter aus dem Markt zu drängen, sondern vielmehr die serbische Schweinefleischproduktion und Exportfähigkeit zu fördern.

Laut Vucic werden aktuell jährlich 2,8 Millionen Schweine in den heimischen Schlachthöfen verarbeitet. Das geplante Engagement von Tönnies bedeute für ihn, dass Serbien wieder auf der "Landkarte der Agrarindustrienationen" erscheine. Es sei notwendig im Land moderne so genannte "vertikale Unternehmen" aufzubauen, die die Produktion von Getreide für den menschlichen Verzehr sowie die Produktion und Schlachtung für Schweine umfassen, glaubt Vucic. (az)
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