Glyphosateinsatz

Sikkation nur als Ausnahme


Die zuständige Behörde hat den Einsatz von Glyphosat präzisiert
-- , Foto: BVL
Die zuständige Behörde hat den Einsatz von Glyphosat präzisiert

Das Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (BVL) hat die Anwendung von Pflanzenschutzmitteln mit dem Wirkstoff Glyphosat eingeschränkt. Erlaubt sind künftig jährlich maximal zwei Behandlungen. Dazwischen müssen mindestens 90 Tage liegen. Außerdem dürfen insgesamt nicht mehr als 3,6 kg Wirkstoff pro Hektar und Jahr ausgebracht werden.

Außerdem macht das BVL Vorgaben für Spätanwendungen in Getreide. Sie sind künftig nur noch auf Teilflächen erlaubt, auf denen, so heißt es in der Bestimmung wörtlich „aufgrund von Unkrautdurchwuchs in lagernden Beständen oder Zwiewuchs in lagernden oder stehenden Beständen eine Beerntung sonst nicht möglich wäre".

Das BVL will damit die Anwendung auf solche Situationen und Teilflächen beschränken, in denen es um die Abwendung von Schäden geht. Das Bundesamt präzisiert, dass eine Spätverunkrautung „nicht generell als schädlich" zu betrachten sei. Sie will Glyphosat nur in solchen Fällen erlauben, in denen es in lagerndem Getreide zu Unkrautdurchwuchs gekommen ist.

„Eine Anwendung zur Sikkation ist nur dort erlaubt, wo das Getreide ungleichmäßig abreift und eine Beerntung ohne Behandlung nicht möglich ist", betont das Bundesamt. Damit ist ein Glyphosat-Einsatz allein zur Steuerung des Erntetermins oder zur Optimierung der Drusch künftig ausgeschlossen. 
 
Die Sikkation ist schon länger politisch umstritten. Kürzlich hatte das Bundeslandwirtschaftsministerium klargestellt, dass sie nach Ansicht der Bundesregierung nicht als „gute fachliche Praxis" gilt. (db)
stats