Für unversehrte Kartoffeln griff mancher Öko-Bauer zu reichlich in die Kupfer-Kiste
-- , Foto: Timo Klostermeier/Pixelio
Für unversehrte Kartoffeln griff mancher Öko-Bauer zu reichlich in die Kupfer-Kiste

Während die konventionellen Kartoffelerzeuger mit Hilfe von synthetischen Pflanzenschutzmitteln die Phytophthora im Griff behalten, sind Öko-Anbauer auf den Einsatz von Kupferpräparaten angewiesen, die sie auch nur begrenzt anwenden dürfen. Nach den EU-Richtlinien dürfen jährlich maximal 6 kg Kupfer/ha ausgebracht werden. Weil Regen das Kupfer von den Blättern abgewaschen hat, greift dieses Mittel in diesem Jahr nur unzureichend. Aus deutschen Anbaugebieten werden bereits Schäden bis hin zu Totalausfällen berichtet.

Niederländische Öko-Kartoffelerzeuger haben Berichten der Zeitschrift Boerderij zufolge den Wirkstoff Kupferoxichlorid verwendet, der seit dem Jahr 2000 keine Zulassung gegen Phytophthora mehr hat, aber in wesentlich geringeren Aufwandmengen noch als Blattdünger zugelassen ist. Darum erklärt die niederländische Zertifizierungsorganisation Skal, dass sie keine Handhabe sieht, weil der Wirkstoff ja noch zugelassen sei. Im Kampf gegen Phytophthora sollen die Erzeuger aber die früher geltenden Aufwandmengen eingesetzt haben.

In den niederländischen Medien schlägt der Vorfall hohe Wellen. Von Imageschäden für den Öko-Anbau ist die Rede. Die Supermarktkette Albert Hejin will die angelieferten Knollen zusätzlich kontrollieren lassen. Im niederländischen Parlament läuft sogar eine Anfrage an den Landwirtschaftsminister Martijn van Dam wie auch an die Umweltministerin Sharon Dijksma, die zuvor Landwirtschaftsministerin war.

Die niederländische Universität Wageningen weist aus diesem Anlass auf ihre Forschung hin, wonach die Verwendung moderner Kupferpräparate weit wirkungsvoller ist als die Formulierungen der Vergangenheit. Bis zu viermal könnten Erzeuger mit einer Aufwandmenge von 300 g/ha spritzen und damit schon einen Mehrertrag von 4,8 t/ha erreichen. Allerdings lassen sich damit Knolleninfektionen nicht zuverlässig vermeiden.  (brs)
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