Ferkelkastration

Skepsis in Österreich

Das ab 1. Januar 2019 in Deutschland geltende Verbot der betäubungslosen Ferkelkastration führt zu Besorgnis in Österreich. So rechnet  der Geschäftsführer des Verbandes landwirtschaftlicher Veredelungsproduzenten (VLV) Dr. Johann Schlederer mit Problemen für den österreichischen Fleischmarkt. Grund dafür seien umfangreiche Schweinefleischimporte aus Deutschland, sagte er auf dem Forum Tierische Veredlung des Deutschen Raiffeisenverbandes (DRV) in Berlin. Für sein Land schloss er eine Umsetzung des in der EU zunächst auf freiwilliger Vereinbarung beruhenden Verzichts auf die betäubungslose Ferkelkastration für die absehbare Zukunft aus.

Österreich sei bekannt als "Schnitzelland". Die dafür benötigten Fleischmengen könnten aus eigener Erzeugung nicht bereitgestellt werden. Zusätzlich zu den rund fünf Mio. Schweinen in Österreich erzeugten Schweinen sei das Land auf Importe von etwa 2,5 Mio. Tieren angewiesen. Ein großer Teil davon stamme aus Deutschland, so Schlederer. Er sehe die Gefahr, dass zukünftig darunter auch größere Mengen Eberfleisch sein werden, die für sensible Kunden in Österreich Geruchsauffälligkeiten aufweisen und Marktstörungen auslösen könnten. Auch Verfahren wie die Immunokastration betrachte die Fachwelt in Österreich mit großer Skepsis. (jst)
stats