Amerikaner wollen bis 2017 ebenfalls die EU-Regeln für tragende Sauen anwenden. Britische Bauernvereinigung kritisiert mangelhafte Umsetzung der Richtlinie in Europa.

Der amerikanische Fleischriese Smithfield Foods schafft seine Einzelställe für Sauen ab. Das Unternehmen teilte mit, dass Ende 2012 bereits 38 Prozent der tragenden Sauen in Gruppen gehalten wurden. Bis zum Jahr 2017 soll die Umstellung in USA vollzogen sein.

Das Unternehmen hatte die Pläne auf Grund des wirtschaftlichen Abschwungs zwischenzeitlich auf Eis gelegt. Wegen der großen Bedeutung des Tierschutzes für die Verbraucher wurde das Umstellungsprogramm jedoch wieder aufgenommen.

Smithfield teilte mit, dass auch in allen internationalen Tochterunternehmen die Gruppen-Sauen-Haltung eingeführt werde. In Polen und Rumänien wurde dies bereits vor Jahren vollzogen, die Töchter in Mexiko wurden verpflichtet bis zum Jahr 2022 umzustellen.

In der EU ist die Haltung von Sauen in Gruppen seit Anfang dieses Jahres verpflichtend. Die britische Bauernvereinigung NFU weist jedoch darauf hin, dass in 80 Prozent der Länder der Europäischen Union noch Sauen in Einzelställen gehalten werden und damit „illegal“ seien.

Laut Daten aus Brüssel sei die Umsetzung noch sehr lückenhaft. In Deutschland seien erst 48 Prozent der Ställe umgebaut, in Frankreich nur 33 Prozent und in Irland rund 57 Prozent. Auch Belgien, die Niederlande, Italien und Spanien hätten noch nicht vollständig auf Gruppenhaltung umgestellt. (hed)
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