Die französische Molkereigenossenschaft Sodiaal Union richtet sich intensiv auf die Lage nach dem Auslaufen der Milchquote ein und will bis 2021 pro Jahr 100 Mio. € investieren. Sodiaal erzielte 2014 rund 5,4 Mrd. € Umsatz. Davon wurden 25 Prozent im Ausland erwirtschaftet, berichtet die Lebensmittelzeitung. 10 Prozent davon entfallen auf Drittlandexporte nach Asien, Nahost und Nordafrika sowie Nordamerika. Bis 2020 will Sodiaal die Zahl der Länder in diesen Regionen auf 23 erhöhen, doppelt so viel wie heute, erklärte Sodiaal-Vorstand Damien Lacombe auf der Hauptversammlung der Genossenschaft. Auch der Exportumsatz soll verdoppelt weden.

Bei allen Kampfansagen für die Zukunft fiel der Rückblick der Sodiaal-Spitze nicht gut aus. Der konsolidierte Nettogewinn ist 2014 um 22 Mio. auf 4 Mio. € gefallen. Die Verschuldung der Gruppe stieg auf 262 Mio. €. Verantwortlich dafür sei der Preisrückgang auf dem Butter- und Milchpulvermarkt. Eine Prognose für den Milchpreis wagte Lacombe nicht. Es gebe derzeit nicht die geringste Vorherseh- und Planbarkeit.

Lecombe beklagte die starke Zunahme der Milchanlieferung in Nordeuropa, den verriegelten russischen Markt, erhebliche Lagerbestände in Neuseeland und sinkende Preise im Handel. In der Grundtendenz weise aber alles auf Marktwachstum hin, war der Sodiaal-Chef bemüht, die Genossen zu beruhigen. (az)
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