Drittes Quartal

Soja-Crush macht Bunge Freude


Der US-Agrarkonzern rechnet damit, dass die Nachfrage nach Sojaschrot- und Öl auch weiter stark bleiben wird. Dagegen schwächelt das Geschäft mit Rapssaat, da die Nachfrage niedrig ist und Erzeuger sich vom Markt fernhalten. In Brasilien laufen die Geschäfte rund, auch wenn die wirtschaftliche Entwicklung mit der schnellen Abwertung der Inlandswährung Real weiterhin eine „Herausforderung“ darstellt, kündigte Bunge am Donnerstag in White Plains, New Jersey, an.

Im dritten Jahresquartal 2015 (Ende: 30. September) weist der Konzern ein Ergebnis vor Zinsen und Steuern (Ebit) von 367 Mio. US-$ aus, das ist ein Plus von 51 Mio. US-$ gegenüber Vorjahr. Die Umsätze bleiben mit 10,8 Mrd. US-$ allerdings hinter dem Vorjahreswert von 13,7 Mrd. US-$ zurück.

Im Ölsaatengeschäft, in das die Verarbeitung und der Handel fallen, weist Bunge ein Ebit von 106 (Vorjahr: 68) Mio. US-$ aus. Hier entwickelte sich die Sojaverarbeitung in den USA, Brasilien, Argentinien und Europa erfreulich. So sei die Exportnachfrage nach Sojaschrot hoch gewesen, teilt der Konzern mit. Der Handel mit Ölsaaten dagegen blieb hinter dem guten Vorjahresergebnis zurück.

Landwirte zeigen geringe Abgabebereitschaft

Die Getreidesparte verbucht ein Ebit von 216 (118) Mio. US-$ aus. Bunge weist vor allem auf rege Geschäfte in Brasilien hin, die durch die Abwertung des Real befeuert wurden. In anderen Regionen lief der Getreidehandel weniger rege, da schwache Preise und in der Folge geringe Abgabebereitschaft der Erzeuger das Geschäft bremsten.

Verluste weist Bunge in der Sparte Nahrungsmittel & Zusatzstoffe aus, die mit einem Ebit von 45 (74) Mio. US-$ deutlich hinter dem Vorjahr zurückbleibt. Auch der Bereich Zucker und Bioenergie schwächelt mit einem Ebit von 3 (44) Mio. US-$.

Für das gesamte Geschäftsjahr stellt Bunge ein Ebit von mehr als 1 Mrd. US-$ in Aussicht. Der Konzern erwartet, dass sich das Nahrungsmittelgeschäft erholt, das Ölsaaten- und Getreidegeschäft in Brasilien das Vorjahresergebnis übertrifft und sieht Anzeichen dafür, dass die Bioethanolnachfrage in dem südamerikanischen Land anzieht. (pio)
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