Insolvent

SolarWorld AG ist wieder pleite

Der Vorstand der SolarWorld AG hat angekündigt einen Insolvenzantrag zu stellen. Nach umfassender Prüfung sei der Vorstand zu der Überzeugung gelangt, dass im Zuge des aktuellen Geschäftsverlaufs und der weiter voranschreitenden Preisverwerfungen keine positive Fortbestehensprognose mehr besteht, teilte das Unternehmen mit. Die Gesellschaft sei überschuldet und somit bestehe eine Insolvenzantragspflicht. Für die Tochtergesellschaften der SolarWorld AG wird vor diesem Hintergrund die jeweilige Insolvenzantragspflicht geprüft. Solarworld war Deutschlands letzter großer Hersteller von Photovoltaikpaneelen.

Konzern schreibt seit sechs Jahren Verluste

Für Insider kommt der Zusammenbruch nicht überraschend. Die Risikolage des Konzerns hat sich zuletzt „verschärft“. Der Vorstand bewertete die Lage seit Ende 2016 mit der höchsten Risikostufe „sehr hoch“. SolarWorld war schwer angeschlagen. Der Konzern schrieb seit sechs Jahren in Folge Verluste. Im Vorjahr ist der Umsatz zwar leicht angestiegen – auf 803 Mio. €. Aber der Verlust hat sich mit gut 92 Mio. € beinahe verdreifacht. Im Tagesgeschäft verdiente Solarworld schon lange kein Geld mehr. Allein 2016 sind die liquiden Mittel der Firma um 100 Mio. € abgeschmolzen – auf kaum mehr als 80 Mio. €.

Schuldenschnitt brachte keine Trendwende

SolarWorld-Chef Frank Asbeck gelang es bereits einmal, eine Pleite abzuwenden. Im Jahr 2013 stimmten die Gläubiger einem massiven Schuldenschnitt zu und die Aktionäre einer Kapitalherabsetzung im Verhältnis von 150 zu 1. Als Investor konnte Asbeck, der in Branchenkreisen Sonnenkönig genannt wird, das Emirat Katar gewinnen. Doch eine wirkliche Trendwende gelang ihm seither nicht. Immerhin schwebt über dem Unternehmen das Damoklesschwert eines Gerichtsprozesses mit dem US-Siliziumlieferanten Hemlock. Beide Unternehmen streiten um 800 Mio. US$, die SolarWorld nicht aufbringen könnte. Hintergrund ist eine Auseinandersetzung um nicht abgenommenes Silizium. (HH)
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