Sommergerste bisher nur äußerlich beeinträchtigt


Etwa 60 Prozent der Sommerbraugerste in Deutschland sind geerntet. Die noch am Halm stehende Ware zeigt bereits deutliche Spuren der anhaltend feuchten Witterung. Auch bei den starken Regenfällen in den vergangenen Tagen sind die Bestände nicht ins Lager gegangen. Derzeit ist lediglich mit einer Beeinträchtigung der äußeren Qualität zu rechnen, jedoch noch nicht mit Auswuchs, berichtet die Braugerstengemeinschaft e.V., München. Auf Grund der wechselhaften Witterung verzögere sich der Abschluss der Ernte in allen deutschen Anbaugebieten um mehrere Wochen. In späteren Lagen und Höhenregionen konnte noch nicht gedroschen werden. Die kommenden Tage werden über die Qualität der noch zu erntenden Sommergerste entscheiden.

Auf der Grundlage bereits geernteter Sommergerstenbestände hätten die Ämter für Landwirtschaft die zu erwartenden Erträge auf durchschnittlich 49,3 dt/ha nach oben korrigiert. Die ermittelten Eiweißgehalte liegen im Durchschnitt bei 11 Prozent, der Vollgerstenanteil bei etwa 84 Prozent. Die zu erwartende Erntemenge wird wegen der geringeren Anbaufläche und der Auswirkungen der Trockenheit während der Kornfüllungsphase mit etwa 1 Mio. t Qualitätsbraugerste prognostiziert.

Dieser Ernteprognose zufolge werden die Überhänge aus den Jahren 2008 und 2009 zwar ausreichen, um den Bedarf an qualitativ hochwertiger Braugerste für die Kampagne 2010/11 zu decken. Im Jahr 2011 wird die Malz- und Brauwirtschaft jedoch mit leeren Lägern auf eine gute Sommergerstenernte angewiesen sein. Aus Gründen der Versorgungssicherheit und zur Streuung des Risikos, nicht mit ausreichend Sommergerste aus der Ernte 2011 beliefert werden zu können, werde sich die deutsche Malz- und Brauwirtschaft eingehend mit der Verarbeitung von Winterbraugerstensorten beschäftigen müssen, so die Gemeinschaft weiter. Ein entsprechendes Signal an die Landwirtschaft müsse jedoch frühzeitig kommen, da die Anbauplanung für die Herbstaussaat in den Agrarunternehmen bereits laufe. (dg)
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